22. November 2017

NRW: Katholiken wählen meist CDU, Protestanten SPD

Quelle: idea.de

Volksparteien sinken in der Gunst von Kirchenmitgliedern und Konfessionslosen. Foto: PR

Volksparteien sinken in der Gunst von Kirchenmitgliedern und Konfessionslosen. Foto: PR

Düsseldorf/Berlin (idea) – Die CDU ist bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen trotz großer Verluste bei den katholischen Wählern stärkste Kraft geblieben. Die meisten Protestanten wählten wie schon 2005 die SPD. Das ist das Ergebnis einer Wahlanalyse des Umfrageinstituts infratest dimap (Berlin) im Auftrag der ARD.
 

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erzielten die CDU am 9. Mai 34,6 Prozent der Stimmen (minus 10,2 Prozent gegenüber 2005), die SPD 34,5 Prozent (minus 2,6 Prozent) und Bündnis 90/Die Grünen 12,1 Prozent (plus 5,9 Prozent). Die FDP steigerte sich leicht auf 6,7 Prozent (plus 0,5 Prozent), die Partei „Die Linke“ legte um 2,5 Prozent auf 5,6 Prozent zu. Von den Protestanten wählten 43 Prozent die SPD (minus zwei Prozent gegenüber 2005). Die CDU erreichte in dieser Wählergruppe 27 Prozent (minus neun Prozent), Bündnis 90/Die Grünen kamen auf zwölf (plus sechs Prozent), die FDP auf sechs (minus ein Prozent) und die Partei „Die Linke“ auf fünf Prozent (plus zwei Prozent). Von den Katholiken wählten 46 Prozent die CDU (minus zehn Prozent), 28 Prozent die SPD (minus zwei Prozent) und zehn Prozent die Grünen (plus fünf Prozent). Sieben Prozent der Katholiken entschieden sich für die FDP (plus ein Prozent). Die Linkspartei erreichte vier Prozent (plus zwei Prozent). Bei den Konfessionslosen und Andersgläubigen wurde die SPD mit 36 Prozent (minus sieben Prozent) stärkste Kraft. Mit deutlichem Abstand folgt die CDU: Sie erreichte in dieser Wählergruppe 19 Prozent (minus zehn Prozent). Für die Grünen votierten 17 Prozent (plus sechs Prozent) und für die FDP sieben Prozent (minus ein Prozent). Die Linke verzeichnete in dieser Gruppe einen Stimmenanteil von zwölf Prozent (plus fünf Prozent).

CDU-Verluste auch in „frommen Hochburgen“

Auch in den „frommen Hochburgen“ musste die CDU große Verluste hinnehmen. In Wuppertal – dem Sitz mehrerer evangelischer Werke und Einrichtungen – verlor sie 11,8 Prozent und landete bei 28,1 Prozent. Die SPD wurde dort mit 34,8 Prozent (minus 2,8 Prozent) stärkste Kraft. Die Grünen kamen auf 14,3 Prozent (plus 6,9 Prozent), die FDP verlor leicht (minus 0,2 Prozent) und erzielte 6,7 Prozent. Die Linke konnte ihr Ergebnis auf acht Prozent verdoppeln. Andere Parteien erhielten zusammen 8,2 Prozent (plus 3,8 Prozent). Im katholisch geprägten Düsseldorf und Sitz des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche im Rheinland behielt die CDU mit 35 Prozent ihre Vormachtstellung, verlor aber auch dort 7,5 Prozent. Die SPD erreichte 29,1 Prozent (minus 6,9 Prozent), die Grünen kamen auf 15,2 Prozent (plus 7,7 Prozent). Die FDP wurde von 8,7 Prozent gewählt (plus 0,9 Prozent), die Linke erzielte sechs Prozent (plus fünf Prozent). In Bielefeld – dem Sitz des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche von Westfalen – verlor die SPD zwar 3,7 Prozent, blieb aber mit 35,4 Prozent vor der CDU, die 29,3 Prozent erreichte (minus zehn Prozent). Auf die Grünen entfielen 16,8 Prozent (plus sechs Prozent). Die FDP landete mit 5,1 Prozent (plus 0,2 Prozent) hinter der Linkspartei mit 7,6 Prozent (kein Vergleichswert). Im Wahlkreis Lippe III – dazu zählt auch Detmold – Sitz des lippischen Landeskirchenamtes – wurde die SPD mit 40,3 Prozent (plus 0,2 Prozent) stärkste Kraft. Die CDU verlor 12,3 Prozent und landete bei 29,1 Prozent. Die Grünen wurden von 12,3 Prozent gewählt (plus 6,2 Prozent), die FDP von 5,9 Prozent (minus 0,5 Prozent). Die Linke verbuchte 5,5 Prozent (plus 4,6 Prozent).