19. November 2017

Nigeria hat wieder einen Christen als Staatspräsident

Quelle: idea.de

Goodluck Jonathan (Bild) ist Nachfolger des verstorbenen Umaru Yar Adua. Foto: Wikipedia/Ricardo Stuckert/PR

Goodluck Jonathan (Bild) ist Nachfolger des verstorbenen Umaru Yar Adua. Foto: Wikipedia/Ricardo Stuckert/PR

Abuja (idea) – Nigeria hat wieder einen Christen als Staatspräsident. Nach dem Tod des schwerkranken muslimischen Amtsinhabers Umaru Yar Adua (58) wurde der bisherige Vizepräsident Goodluck Jonathan am 6. Mai in der Hauptstadt Abuja in das höchste Staatsamt eingeführt.
 

„Gott segne Nigeria“, sagte der 52-jährige Politiker aus dem christlich geprägten Süden nach seiner Vereidigung. Er werde sich für eine gute Regierung des mit 140 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten afrikanischen Landes einsetzen, die Wahlreform vorantreiben und die Korruption bekämpfen, kündigte Jonathan an. Das westafrikanische Nigeria ist ein gemischt religiöses Land. Knapp 49 Prozent sind Christen, 45 Prozent Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen. Das höchste Staatsamt wird traditionell abwechselnd von einem Muslim und von einem Christen bekleidet. Yar Adua war 2007 als Nachfolger des Baptisten Olusegun Obasanjo an die Macht gekommen. Jonathan wird zunächst bis 2011 das höchste Staatsamt innehaben; dann stehen Nationalwahlen an.

Zusammenstöße zwischen Muslimen und Christen

Nigeria wird immer wieder von teilweise gewalttätigen Unruhen zwischen Muslimen und Christen heimgesucht. Im März wurden mehr als 500 Menschen bei Massakern von muslimischen Extremisten im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau getötet. Dort stoßen der islamisch geprägte Norden und der mehrheitlich christliche Süden Nigerias aneinander. Kirchenleiter deuten die Übergriffe, denen insgesamt bisher rund 3.000 Menschen zum Opfer gefallen sind, als Versuch, den gesamten Bundesstaat zu islamisieren. In den nördlichen Bundesstaaten gilt das islamische Religionsgesetz, die Scharia.