19. November 2017

„Missionare im Blaumann“ gesucht

Quelle: idea.de

Der Geschäftsführer des Missionswerks DIGUNA, Burkhard Glasow (rechts), mit einer afrikanischen

Der Geschäftsführer des Missionswerks DIGUNA, Burkhard Glasow (rechts), mit einer afrikanischen

Haiger (idea) – „Missionare im Blaumann“ sind gefragt. Afrikanische Kirchen suchen handwerklich versierte Mitarbeiter aus Europa, die sie mit technischer Hilfe bei ihrer missionarischen und diakonischen Arbeit unterstützen.
 

Das berichtete der Geschäftsführer des Missionswerks DIGUNA (Die gute Nachricht für Afrika), Burkhard Glasow, am 30. Mai beim Missionstag in Haiger (Mittelhessen) gegenüber idea. Wie er sagte, suche das Werk in diesem Jahr noch 20 Kurzzeitmitarbeiter, die für vier Monate bis drei Jahre nach Afrika gehen. Es lohne sich, junge Christen dafür zu motivieren, betonte Glasow vor rund 600 Besuchern des Missionstags. Die jungen Leute profitierten selbst von solchen Einsätzen, auch wenn sie dabei nicht viel Geld verdienen könnten. Ihr Horizont werde aber weiter und farbiger. Das Missionswerk, das sich auf personelle und technische Hilfe für afrikanische Kirchen spezialisiert hat, ist in Uganda, Sudan, Kenia und der Demokratischen Republik Kongo mit 220 einheimischen und ausländischen Mitarbeitern aktiv. Das 1978 gegründete Werk hat sich unter anderem auf den Umbau ausgemusterter, geländegängiger Fahrzeuge spezialisiert, etwa von Militär oder Feuerwehr. Die Fahrzeuge, zum Beispiel Unimogs, werden in der Zentrale in Haiger für den Einsatz in Afrika fit gemacht. Mit ihnen wird laut Glasow ein effektiver Beitrag für die Evangelisation Ostafrikas geleistet. Ferner bringt DIGUNA zum Beispiel Solaranlagen in die Einsatzländer oder betreibt Rundfunksender.

Radio spielt große Rolle in Afrika

So berichtete der Leiter des Missionswerks „Here is Life“ (Hier ist Leben), Isaac Anguyo (Arua/Nord-Uganda), dass sein Werk mit Hilfe von DIGUNA eine Radiostation betreibt, über die christliche Sendungen für die Menschen in der Region Aringa ausgestrahlt werden. Etwa 80 Prozent der 350.000 Einwohner seien Muslime. Ferner leistet sein Werk Gesundheitsaufklärung, Unterstützung für Bildungsmaßnahmen und Bibelübersetzung. DIGUNA engagiert sich auch diakonisch. Im westkenianischen Ngechek betreiben Mitarbeiter unter afrikanischer Leitung ein Heim für 30 HIV-infizierte Waisenkinder. Der Missionstag fand in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Haiger statt, die mit DIGUNA eng verbunden ist. Gemeindeleiter ist der Unternehmer Joachim Loh. Er lobte unter anderem die Hörfunkarbeit. In Afrika spiele das Gehörte eine viel größere Rolle als hierzulande. Das liege auch daran, dass viele Menschen nicht lesen könnten.

Royer: Gott braucht Füße

Festredner Hans-Peter Royer, Leiter des Fackelträger-Zentrums „Tauernhof“ in Schladming (Österreich), sagte, wenn Gott Menschen in seinen Dienst nehme, dann brauche er ihre Füße, nicht nur ihren Mund. Viele Christen wollten predigen oder musizieren, aber Gott sei es oft wichtiger, dass sie in Bewegung kämen und zum Beispiel nach Afrika aufbrächen.