22. November 2017

„Methusalem“-Dattel aus der Zeit Jesu gedeiht prächtig

Quelle: idea.de

Sarah Sallon: An der Festung Masada gefundener Samen war 2005 gekeimt.

Sarah Sallon: An der Festung Masada gefundener Samen war 2005 gekeimt.

Jerusalem (idea) – Israelische Forscher gaben ihr den Namen „Methusalem“: Vor fünf Jahren war es ihnen gelungen, eine ausgestorbene Dattelpalme zu neuem Leben zu erwecken.
 

Sie brachten einen Samenkern zum Keimen, der aus der Zeit Jesu Christi stammt. Die Pflanze gedeihe prächtig und sei inzwischen zwei Meter groß, teilte die Direktorin des Forschungszentrums für Naturmedizin in Jerusalem, Sarah Sallon, auf idea-Anfrage mit. Archäologen hatten in den sechziger Jahren bei Ausgrabungsarbeiten an der Masada-Burg, einer Festung von Herodes dem Großen (um 73 v. Chr. bis 4. v. Chr.), Dattelpalmen-Samen gefunden. Vier Jahrzehnte ruhten sie in einer archäologischen Sammlung, bis die Medizinerin Sallon sie in Blumentöpfe pflanzte. Acht Monate später war der erste Samen ausgekeimt. Zwei weitere wurden damals zerstört, um mit der Radiokarbonmethode ihr Alter zu bestimmen. Pflanzensamen können nur in Ausnahmefällen über Jahrhunderte keimfähig bleiben. Die Dattelpalme aus dem über 2.000 Jahre alten Kern hat damit einen Rekord aufgestellt. Sie überflügelte eine Lotuspflanze, die die US-Botanikerin Jane Shen-Miller aus einem 1.300 Jahre alten Samen gezogen hatte. Die Datteln des Heiligen Landes waren in der Antike als besonders süß bekannt. Manche Historiker gehen davon aus, dass mit dem Honig in dem verheißenen Land, „wo Milch und Honig fließen“, Dattelsirup gemeint war.