19. November 2017

Merkel betont christliches Fundament Deutschlands

Quelle: idea.de

München (idea) – Der christliche Glaube ist das wesentliche Fundament für das gelingende Zusammenleben in der Gesellschaft. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 14. Mai auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München. Das Christentum habe Deutschland geprägt.
 

Auf ihm beruhe das Menschenbild, der Artikel eins des Grundgesetzes. Dieser Basis müsse sich jede Generation neu vergewissern. Dafür sei die Bibel eine gute Quelle. Den Kirchentag lobte die Kanzlerin als ein „Zeugnis des lebendigen christlichen Glaubens in unserem Land“. Scharf ging die CDU-Politikerin mit Spekulanten ins Gericht, die versucht hätten, die Stabilität der EU zu gefährden. Ihrer Ansicht nach müsse man diesen Akteuren, die nur an die Maximierung ihres Gewinns denken, das Handwerk legen. „Auch wenn wir an das Gute im Menschen glauben, ist es notwendig, dass wir uns Regeln geben, an die sich alle halten“, so Merkel. Ohne sie gebe es keinen guten Zusammenhalt der Gesellschaft.

Uns geht es gar nicht so schlecht

Die Kanzlerin kritisierte ferner einen verschwenderischen Lebensstil. Auch in Deutschland habe man jahrzehntelang über die Verhältnisse gelebt und mehr ausgegeben als eingenommen. In den nächsten Wochen sei darüber zu sprechen, wo man sparen könne. Dabei werde sich der wahre Zusammenhalt der Gesellschaft zeigen, sagte Merkel. Sie erinnerte zugleich daran, dass es den Bürgern in Deutschland „gemessen an vielen Problemen auf der Welt“ nicht so schlecht gehe. Auch der evangelische Präsident des Ökumenischen Kirchentags, der Medizinprofessor Eckhard Nagel (Bayreuth), sagte am Beispiel der medizinischen Versorgung, Deutschland habe noch immer „das am besten funktionierende Gesundheitswesen in der ganzen Welt“. Allerdings schaue man immer mehr auf die eigenen Bedürfnisse und sei weniger bereit, die Not anderer Personen mitzutragen. Nagel forderte dazu auf, den Nächsten wieder mehr in den Blick zu nehmen. Nach Ansicht des katholischen Präsidenten des Ökumenischen Kirchentages, Alois Glück (München), werden in der derzeitigen Krise zunehmend wieder die Werte entdeckt. Ohne sie gebe es auf Dauer keine stabilen Ordnungen.

Jedes soziale Netz hat Löcher

Der Leiter der Berliner Stadtmission, Hans-Georg Filker, sprach von einem „unglaublich guten sozialem Netz“, das in Deutschland bestehe. Allerdings habe jedes Netz Löcher. Man müsse aber nicht nur darauf warten, bis die Politik handele. Jeder sei dazu aufgefordert, Nächstenliebe zu leben. Zudem rief er die Christen dazu auf, sich politisch zu engagieren und sich von der Politikverdrossenheit zu verabschieden. Die Leiterin der katholischen Sozialeinrichtung „Lichtblick Hasenbergl“ Johanna Hofmeir (München) plädierte dafür, besonders benachteiligte Kinder in den Blick zu nehmen, damit sie nicht ins soziale Abseits geraten.