21. November 2017

Massive Kritik an „Hilferuf“ christlicher Palästinenser

Quelle: idea.de

Christlich-Jüdische Gesellschaften gegen Boykott israelischer Waren.

Christlich-Jüdische Gesellschaften gegen Boykott israelischer Waren.

Bonn (idea) – Massive Kritik an einem „Hilferuf“ christlicher Palästinenser übt die Mitgliederversammlung der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. In dem im Dezember erschienenen Appell wird ein „Boykottaufruf“ für israelische Waren und Investitionen in Israel gefordert.
 

Er erinnere in fataler Weise an den nationalsozialistischen Aufruf von 1933 „Kauft nicht bei Juden“ und entspringe offenbar dem in der Charta der islamistischen Palästinenserpartei Hamas sowie der ursprünglichen Charta der PLO ausgedrückten Vernichtungswillen gegenüber dem Staat Israel, heißt es in einer am 9.Mai in Bonn verabschiedeten Resolution. Darin wird dem „Hilferuf“ auch vorgeworfen, die Verhältnisse im Nahen Osten zu dramatisieren und die Schuld am Schicksal der Palästinenser einseitig auf Seiten Israels zu sehen. Empörend sei ferner, dass der Ökumenische Rat der Kirchen den „Boykottaufruf“ „unkritisch und mit offensichtlicher Zustimmung“ verbreite.

Lob vom bayrischen Landesbischof

Anders sieht es der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich (München). Beim Ökumenischen Kirchentag in München lobte er den „Hilferuf“ wegen seiner „Versöhnungsbereitschaft“. Er grenze sich klar von radikalen religiösen Positionen ab. Auch das Existenzrecht Israels werde nicht infrage gestellt. Dem Boykottaufruf könne man sich jedoch nicht anschließen. Friedrich ist auch Nahost-Beauftragter des EKD-Rates.