18. November 2017

Malawi: Bestrafung homosexueller Akte

In Malawi steht praktizierte Homosexualität unter Strafe

In Malawi steht praktizierte Homosexualität unter Strafe

(TS) Wie der britische Rundfunksender BBC am Donnerstag berichtete, sind in Malawi zwei Männer der „groben Unzucht“ für schuldig befunden und in Haft genommen worden.
 

Bereits seit Dezember säßen Steven Monjeza (26) und Tiwonge Chimbalanga (20) in Untersuchungshaft. Homosexualität ist im südostafrikanischen Binnenstaat Malawi verboten und wird mit einer Höchststrafe von 14 Jahren Gefängnis belegt.

Proteste auch aus Deutschland
Weltweit gibt es Proteste, darunter auch vom Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP). Die deutsche Botschaft in Malawi stehe mit den Anwälten des homosexuellen Paares in Kontakt. Schon 2008 hatte FDP-Chef Guido Westerwelle gefordert, deutsche Entwicklungshilfe für Länder, in denen Homosexuelle diskriminiert würden, einzufrieren. Erst im Dezember vergangenen Jahres hatte Niebel für den Fall, dass Uganda die Einführung der Todesstrafe für homosexuelle Handlungen verabschieden sollte, „Auswirkungen auf unser Förderverhalten“ für das Land angekündigt.

Andere Stimmen
Aber es gibt auch andere Stimmen. Bereits vor Jahren meinte der damalige Brandenburger Innenminister Jörg Schönbohm: „Wir brauchen nicht mehr Schwule, sondern Familien, die Kinder kriegen und großziehen“.

Menschenrechte
Für das Bundesentwicklungsministerium sei die Verfolgung von Homosexuellen unvereinbar mit der Achtung und dem Schutz der Menschenrechte, die auch in Malawis Verfassung verankert seien. Wörtlich heißt es in der Erklärung: „Die noch aus der britischen Kolonialzeit stammenden Bestimmungen des Strafgesetzbuches, nach denen homosexuelle Akte strafbar sind, stehen in einem offensichtlichen Widerspruch hierzu.“ Die Einhaltung der Menschenrechte sei Voraussetzung für Entwicklungshilfe aus Deutschland.

Todesstrafe
Auch in anderen Ländern würden Schwule und Lesben diskriminiert, so auch in Uganda, wo im Parlament über die Einführung der Todesstrafe für homosexuellen Geschlechtsverkehr verhandelt würde. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung Malawis bekennen sich zum Christentum, 12 Prozent sind Moslems. Die verbleibenden Anteile entfallen auf Atheisten und Vertreter von Naturreligionen.