21. November 2017

Langjähriger Gnadauer Präses für Mindestlöhne

Quelle: idea.de

Der langjährige Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Christoph Morgner: Das Einkommen muss das Auskommen ermöglichen.

Der langjährige Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Christoph Morgner: Das Einkommen muss das Auskommen ermöglichen.

Markersbach (idea) – Für Mindestlöhne hat sich der langjährige Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Christoph Morgner (Siegen), ausgesprochen. „Die Würde der Arbeit und der Arbeitenden kommt auch darin zum Ausdruck, dass angemessener Lohn selbstverständlich ist“, sagte er beim Kongress der Christlichen Bäcker- und Konditorenvereinigung Deutschlands am 1. und 2. Mai im sächsischen Markersbach (bei Annaberg-Buchholz).
 

Das Treffen stand unter dem Thema „Arbeit – was sagt die Bibel“. Wie Morgner ausführte, müsse, wer ganztags arbeite, auch ganztags davon leben können. Das Einkommen müsse in etwa das Auskommen ermöglichen. Lohndrückerei und Hungerlöhne schürten Überlebensängste, höhlten die Energie von Menschen aus und führten zu gesellschaftlichen Verwerfungen. Hier seien in erster Linie die Tarifparteien und der Staat gefordert. Aber auch Unternehmern redete Morgner ins Gewissen: „Jedem Arbeitgeber sollte daran gelegen sein, zufriedene Mitarbeiter zu haben, die von ihrem Lohn auch leben können.“ Diese Gerechtigkeit wirke sich positiv auf die Unternehmenskultur aus.

Der Sonntag muss geschützt werden

Morgner ging auch auf den Sonntagsschutz ein. Er bedauerte, dass der Sonntag immer mehr zum Kauf- und Arbeitstag heruntergewirtschaftet werde. „Was in mehr als 3.000 Jahren Judentum und Christentum gewachsen ist, wird innerhalb weniger Jahre verschleudert.“ Christen sei es nicht freigestellt, wie sie es mit dem Sonntag hielten, sagte er. „Wir heiligen ihn vor allem dadurch, dass wir an diesem Tag Gottes Wort hören und die Arbeit ruhen lassen.“ Auch sollten sich Christen so verhalten, dass kein anderer um seine Sonntagsruhe gebracht werde. Ausgenommen bleibe, was zur Lebenserhaltung und Lebensrettung nötig sei.

Arbeit ist Gottesdienst

Christen sollten ihre Arbeit zudem immer als Gottesdienst verstehen, erklärte Morgner: „Wir tun nicht nur dann etwas für Gott, wenn wir uns in der Gemeinde engagieren, sondern auch dann, wenn wir Blumen pflanzen, den Rasen pflegen oder Brötchen verkaufen. Auch darin ehren wir Gott.“ Christen hätten nicht nur einen Missionsauftrag, sondern eben auch einen Gestaltungsauftrag. Im Arbeiten trete der Mensch in das Werk Gottes ein und setze es fort. Zugleich setzten Christen damit einen Gegenakzent „zu dem, was gegenwärtig allgemein läuft: Ich diene mir“. Indem Christen Gott dienten, brächten sie in die Gesellschaft, die vielfach von Egoismus geprägt sei, einen unverwechselbaren Ton ein. „Teilen und Weitergeben sind uns hohe Tugenden.“