21. November 2017

Irans Jugendfußballerinnen kicken mit Kopfbedeckung

Quelle: idea.de

FIFA erteilt Ausnahmegenehmigung vom Verbot religiöser Bekundungen.

FIFA erteilt Ausnahmegenehmigung vom Verbot religiöser Bekundungen.

Zürich (idea) – Obwohl der Weltfußballverband FIFA religiöse Bekundungen auf dem Spielfeld 2007 verboten hat, darf das iranische Mädchenteam bei den Olympischen Jugendspielen vom 14. bis 26. August in Singapur mit einer Kopfbedeckung auflaufen.
 

Die FIFA mit Sitz in Zürich erteilte dem iranischen Team eine Ausnahmegenehmigung. Statt Kopftüchern dürfen die Spielerinnen aber nur Kappen tragen, die zumindest die Haare, aber nicht den Nacken bedecken. Ursprünglich wollte der iranische Fußballverband die Kickerinnen mit der nach islamischer Kleidervorschrift verpflichtenden Hijab aufs Spielfeld schicken. Dabei ist nur das Gesicht zu sehen, alle anderen Körperpartien sind bedeckt. Die FIFA hatte dem Team die Teilnahme an dem Turnier verboten. Dagegen legte der iranische Verband Protest ein. Nun haben sich beide Seiten auf den Kompromiss geeinigt. Im vergangenen Jahr hatte die FIFA die brasilianische Nationalmannschaft ermahnt, weil sie nach ihrem Sieg beim Konföderationen-Pokal in Südafrika auf dem Spielfeld gebetet hatte. Die Kicker hatten am 28. Juni nach dem 3:2 Finalerfolg gegen die USA Gott auf dem Spielfeld gedankt. Dabei zeigte der Mannschaftskapitän Lucio auch sein T-Shirt mit dem Aufdruck „I love Jesus“ (Ich liebe Jesus). Der Weltverband räumte ein, dass sich die Regeln auf das Verhalten und die Ausrüstung der Sportler während des Spiels beziehen. „Dennoch hat die FIFA den brasilianischen Fußballverband an das entsprechende Prozedere erinnert“, teilte damals ein Sprecher idea mit. Die Jugendolympiade findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt. In 26 Sportarten treten rund 3.600 Athleten im Alter von 14 bis 18 Jahren an.