22. November 2017

Irak: Anschlag auf christliche Studenten

Quelle: idea.de

Selbstmordattentäter ließ Busse explodieren.

Selbstmordattentäter ließ Busse explodieren.

Mossul (idea) – Christliche Studenten im Nordirak sind nur knapp einem tödlichen Bombenanschlag entgangen. Am 2. Mai sprengte sich ein Selbstmordattentäter mit seinem Auto nahe drei Bussen in die Luft, in denen Studenten aus christlichen Dörfern zur Universität von Mossul fuhren.
 

Durch die Detonation wurde ein Passant – ein christlicher Ladenbesitzer – getötet und etwa 70 Personen teilweise schwer verletzt. Wie das Missionswerk Open Doors mitteilt, soll ferner in einem Bus ein Sprengsatz versteckt gewesen sein. An der Universität von Mossul studieren etwa 1.500 Christen. Aus der Stadt sind nach UN-Angaben in jüngster Zeit mehr als 680 christliche Familien aus Angst vor Anschlägen und Entführungen geflüchtet. Angehörige religiöser Minderheiten werden im Irak zu Opfern des gewalttätigen Machtkampfs zwischen Schiiten und Sunniten. Vor 20 Jahren betrug die Zahl der im Land lebenden Christen 1,4 Millionen; heute sind es als Folge von Flucht und Vertreibung schätzungsweise zwischen 300.000 und 400.000. Von den 26,7 Millionen Einwohnern des Landes sind 95 Prozent Muslime.