19. November 2017

Haiti: US-Baptistin wegen „illegaler Reise“ verurteilt

Quelle: idea.de

Die Anführerin Laura Silsby reiste am 17. Mai in die USA aus. Screenshot: CBS

Die Anführerin Laura Silsby reiste am 17. Mai in die USA aus. Screenshot: CBS

Port-au-Prince (idea) – Die letzte der zehn US-Baptisten, die nach dem schweren Erdbeben in Haiti vom 12. Januar wegen des Verdachts des Menschenraubs vorläufig festgenommen worden waren, ist in ihre Heimat zurückgekehrt.
 

Die Gruppe aus zwei Gemeinden der Southern Baptists (Südliche Baptisten) im Bundesstaat Idaho hatte versucht, 33 Kinder aus dem Erdbebengebiet ohne Adoptionspapiere in eine Herberge in der Dominikanischen Republik zu bringen. Es handelte sich aber nicht um Waisen, wie die Baptisten angenommen hatten. Eine Entführungsabsicht konnte ihnen die Justiz jedoch nicht nachweisen. Neun Mitglieder der Gruppe wurden im April auf freien Fuß gesetzt. Sie kehrten in ihre Heimat zurück. Die Anführerin Laura Silsby (Meridian/US-Bundesstaat Idaho) wurde als einzige angeklagt, allerdings nicht wegen Menschenraubs, sondern wegen der Durchführung einer „illegalen Reise“. Sie wurde Mitte Mai zu drei Monaten und acht Tagen Haft verurteilt; da sie diese Zeit in Untersuchungshaft verbracht hatte, wurde die Strafe als verbüßt angesehen. Silsby reiste am 17. Mai in die USA aus. Sie hatte wie die anderen Gruppenmitglieder die Vorwürfe der haitianischen Justiz zurückgewiesen. Nach Silsbys Angaben wollte ihr Hilfswerk New Life Children’s Refuge (Kinderzuflucht Neues Leben) in der benachbarten Dominikanischen Republik ein Waisenhaus mit Schule und Kirche bauen. Als Übergangsunterkunft für die Kinder aus dem Erdbebengebiet sollte ein gepachtetes Hotel dienen. Bei dem Erdbeben waren rund 230.000 Menschen ums Leben gekommen; mehr als eine Million wurden obdachlos.