18. November 2017

Freigelassene Mädchen im Jemen gut behandelt

Quelle: idea.de

Bei der Übergabe hatten Lydia und Anna Festkleider an. Foto: Privat

Bei der Übergabe hatten Lydia und Anna Festkleider an. Foto: Privat

Dresden (idea) – Die beiden im Jemen nach elfmonatiger Geiselhaft freigekommenen Mädchen Lydia (5) und Anna Hentschel (3) sind offenbar früh von ihren Eltern getrennt und von einem jemenitischen Stamm aufgenommen worden.
 

Man habe sie Fatima und Sarah genannt und sie gut behandelt. Bei der Übergabe an eine saudi-arabische Spezialeinheit am 17. Mai hatten die Mädchen Festkleider an. Sie sprechen untereinander Arabisch. Das geht aus Berichten des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ hervor. Am 19. Mai waren die Mädchen mit einer deutschen Luftwaffenmaschine nach Dresden gebracht worden. Sie halten sich jetzt an einem geheimen Ort in der Lausitz auf. Dort kümmern sich Angehörige der Großfamilie um die Kinder. Weiter unklar ist das Schicksal der 37 Jahre alten Eltern Johannes und Sabine Hentschel und des Bruders Simon (1). Berichte, dass der Junge tot sei, wurden bislang nicht bestätigt. Zum Hintergrund: Im Juni 2009 waren der Ingenieur Hentschel und seine Frau mit ihren drei Kindern in der nordjemenitischen Provinz Saada entführt worden; mit ihnen wurden ein britischer Ingenieur, zwei deutsche Pflegehelferinnen und eine südkoreanische Lehrerin verschleppt. Die Christen waren als Entwicklungshelfer an einem staatlichen Krankenhaus tätig. Die beiden Helferinnen und die Südkoreanerin wurden am 12. Juni tot aufgefunden.

Augenzeugen nicht bedrängen

Die beiden heimgekehrten Mädchen sind die einzigen Augenzeugen, die mitteilen können, was mit der Familie geschehen ist. Man werde die Kinder aber nicht bedrängen, sagte der Schwager von Familienvater Johannes Hentschel und Onkel der Kinder, Pastor Reinhard Pötschke (Radebeul), gegenüber idea. Dankbar zeigte er sich über das große Maß an Solidarität und Gebetsunterstützung aus der Bevölkerung. Täglich gingen zahlreiche Zuschriften ein, die Hilfe anböten.