19. November 2017

Evangelikale und EKD sollen Kräfte noch stärker bündeln

Quelle: idea.de

v.l.: Hartmut Steeb (Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz), Jürgen Werth (Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz), Tobias Lemnitzer (Architekt) und Reinhard Holmer (Direktor des Evangelischen Allianzhauses) bei der Einweihung der umgebauten und neu gestalteten Gebäude des Allianzhauses in Bad Blankenburg.

v.l.: Hartmut Steeb (Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz), Jürgen Werth (Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz), Tobias Lemnitzer (Architekt) und Reinhard Holmer (Direktor des Evangelischen Allianzhauses) bei der Einweihung der umgebauten und neu gestalteten Gebäude des Allianzhauses in Bad Blankenburg.

Bad Blankenburg (idea) – Die evangelikale Bewegung und die evangelische Volkskirche in Deutschland sollten ihre Kräfte noch stärker bündeln und intensiver zusammenarbeiten. Dafür sprach sich der Präsident des EKD-Kirchenamts, Hermann Barth (Hannover), bei der Einweihung des neu gestalteten Zentrums der Deutschen Evangelischen Allianz am 20. Mai in Bad Blankenburg (Thüringen) aus.
 

In zwei Jahren war der Hauptsitz der evangelikalen Dachorganisation für rund vier Millionen Euro umfassend saniert worden. Zwei Häuser wurden umgebaut und eines neu errichtet. Barth überbrachte auch die Grüße des amtierenden EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf). Der Kirchenamtspräsident erinnerte daran, dass es EKD und Allianz in den letzten Jahrzehnten nicht immer leicht miteinander gehabt hätten. Das sei aber vorbei: „In einer Zeit, in der es die Stimme des Evangeliums ohnehin schwer genug hat, sollten wir uns nicht auseinanderbringen lassen.“ Sowohl die EKD als auch die Allianz gründeten ihre Arbeit auf dem Missionsbefehl Jesu. Auch wenn einige Kritiker der EKD deshalb eine „Evangelikalisierung“ vorwürfen, sei der eingeschlagene Weg richtig. „Und ich rufe ihnen heute zu: Wir können noch viel gemeinsam machen“, so Barth vor den rund 100 Teilnehmern des Festakts.

Bischöfin: „Hoffnungszeichen“ für Region und Kirche

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann (Magdeburg), bezeichnete das Allianzgelände als „Hoffnungszeichen“ für die Region und die Kirche. Während viele Bürger vom Osten in den Westen zögen, zeige die Allianz mit der Modernisierung, dass sie ihren Platz in Thüringen sehe. Sie freue sich über das geschwisterliche Miteinander in Mitteldeutschland. Die Gleichstellungsbeauftragte des Freistaates Thüringen, Johanna Arenhövel, die stellvertretend für Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) gekommen war, bezeichnete das moderne Konferenz- und Tagungszentrum als gute Möglichkeit, um Glaubenstraditionen mit neuem Leben zu füllen. Christen sollten ihre Überzeugungen keinesfalls nur hinter geschlossenen Türen bekennen, sondern auch im Alltag, etwa am Arbeitsplatz.

Werth: „Wir wollen nicht besserwisserisch sein“

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Werth (Wetzlar), sagte, gerade angesichts verbreiteter Hoffnungs- und Haltlosigkeit sollten Christen Boten der Hoffnung sein. Die Allianz verstehe sich als Gebets- und „Anpackbewegung“. „Wir wollen helfen, wo Not am Mann ist“, so Werth. Wenn man in der Vergangenheit hin und wieder etwas vollmundig und arrogant dahergekommen sei, „dann muss man sich auch manchmal dafür entschuldigen“. Werth: „Wir wollen nicht besserwisserisch sein.“ Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart) erklärte, die Allianz sehe das neue Gelände als Gabe Gottes an, „um auch in den nächsten Jahren Gemeinde Jesu zu bauen“. Dabei sei ihr sehr an einem konstruktiven Verhältnis zur EKD und zur mitteldeutschen Kirche gelegen.

Holmer: Ein Tag der Freude und des Dankes

Der Direktor des Allianzhauses, Pfarrer Reinhard Holmer, sprach von einem „Tag der Freude und des Dankes“. Es sei nicht selbstverständlich, dass die Arbeiten auf dem Gelände unfallfrei verlaufen seien: „Dafür haben wir Gott zu danken.“. Architekt Tobias Lemnitzer (Hohenstein-Ernstthal) überreichte Holmer symbolisch den Schlüssel für das Gelände. Unter den Gästen der Veranstaltung waren auch der erste gesamtdeutsche Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Stabe (Annaberg-Buchholz), und Manfred Kern (Berlin), von 1979 bis 1988 Vorsitzender der Evangelischen Allianz in der DDR und danach bis 1991, dem Jahr der Wiedervereinigung der evangelikalen Dachorganisation, Generalsekretär.