21. November 2017

ERF Medien: Eigener Fernsehkanal bewährt sich

Quelle: idea.de

Der ERF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Werth. Foto: PR

Der ERF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Werth. Foto: PR

Wetzlar (idea) – Ein positives Fazit nach einem Jahr Betrieb des eigenen Fernsehkanals „ERF eins“ haben die Verantwortlichen von ERF Medien (früher Evangeliums-Rundfunk/ERF) gezogen. „Wir freuen uns über ein Jahr ERF eins“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Werth bei der Jahresversammlung des Trägervereins, die vom 9. bis 10. Mai in Wetzlar stattfand.
 

Der Digitalkanal war am 1. März 2010 gestartet; zuvor war der ERF seit 2002 auf Bibel TV (Hamburg) mit Beiträgen vertreten, zuletzt in einem täglich zweistündigen Sendeblock. Mit dem eigenen Kanal könne man selbst entscheiden, „was wir wann und wo senden“, erklärte Programm-Vorstand Programm Udo Vach. Wolf-Dieter Kretschmer, Leiter von ERF Fernsehen, berichtete, dass unter anderem die Fernsehgottesdienste, die in Gemeinden aufgezeichnet werden, eine große Akzeptanz erlebten. Für 2010 seien alle Sendetermine vergeben. Häufig würden die Gottesdienste auch im Internet unter www.erf.de abgerufen.

Prominenz bei Wartburg-Gesprächen

Mit den Wartburg-Gesprächen habe ERF Medien ein weiteres monatliches exklusives Fernsehformat etabliert. Der Aufzeichnungsort, die Wartburg bei Eisenach, und die Themenauswahl ermöglichten es, öffentliche Verantwortungsträger zu Wort kommen zu lassen. Gäste der von Werth moderierten Talksendungen waren unter anderem Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), die auch als Präses der EKD-Synode amtiert, der frühere Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, Prof. Norbert Walter (Frankfurt am Main), der katholische Erfurter Bischof Joachim Warnke sowie mehrere evangelische Landesbischöfe.

Neu: ERF-Radio über I-Phone

Die meisten Reaktionen erhält ERF Medien nach eigenen Angaben weiterhin auf sein klassisches Programm ERF Radio, das über Satellit, Kabel, Internet, Telefon und Mittelwelle zu hören ist. Rund 1.000 ehrenamtliche Autoren gestalten das Programm mit. Durch sie komme eine reiche Vielfalt der Frömmigkeit zur Sprache, so Vach. Seit fünf Jahren werde eine neue Hörerschaft durch das Webradio CrossChannel.de erreicht, das Ende April mit dem Goldenen Webfish der EKD ausgezeichnet wurde. Seit einem Jahr ist auch der Kanal ERF Pop als Webradio auf Sendung (www.erfpop.de). Wie der ERF am 10. Mai bekanntgab, sind die Radioprogramme künftig auch über das I-Phone-Handy der Firma Apple mittels einer sogenannten Applikation (App) zu hören.

2.700 Personen baten um Rat

Wie Vach weiter mitteilte, ist Lebenshilfe bei ERF Medien nach wie vor gefragt. Im vorigen Jahr hätten über 2.700 Menschen Rat per Telefon, E-Mail oder Brief gesucht. Der Internetauftritt wurde nach Angaben des Leiters von ERF Online, Jörg Dechert, ausgebaut und alle Inhalte zum Thema Glaubenswachstum in einem Portal zusammengefasst. Unter mehrglauben.de finden Nutzer miteinander verzahnte Online-Arbeitsgruppen, Grundlagenartikel sowie die Möglichkeit, anonym Antwort auf Glaubensfragen zu erhalten. Das neue Angebot mehrglauben.de hat die bisherige Internetseite Nikodemus.net abgelöst.

Fast eine halbe Million Euro Defizit

Der ERF besteht seit mehr als 50 Jahren. Er beschäftigt mehr als 230 Mitarbeiter und finanziert sich fast ausschließlich aus Spenden. Nach Angaben des für die Finanzen zuständigen Vorstandsmitglied Ulrich Rüsch erzielte der ERF im vergangenen Jahr Erlöse von 15,07 Millionen Euro (2008: 13,94 Millionen). Unter anderem durch den Start des eigenen Fernsehkanals stiegen die Aufwendungen auf 15,54 Millionen Euro (2008: 13,92 Millionen Euro). Dadurch ergab sich ein Defizit von 474.000 Euro (2008: 22.000). In den Trägerverein aufgenommen wurden der Leiter des EKD-Referats für Medien und Publizistik, Oberkirchenrat Udo Hahn (Hannover), der Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD), Hartmut Spiesecke (Berlin), der Medienbeauftragte der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), Christoph Maas (Gera), der CDU-Bundestagsabgeordnete Volkmar Klein (Siegen), der Geschäftsführer der Firma Burg-Wächter, Reinhard Lüling (Wetter), der Expo-Wal-Pastor Heino Masemann (Hannover) sowie Pfarrer Andreas Schröder (Bremen).