19. November 2017

EKD fordert mehr Sicherheit für Christen im Irak

Quelle: idea.de

Der Auslandsbischof der EKD, Martin Schindehütte.

Der Auslandsbischof der EKD, Martin Schindehütte.

Hannover (idea) – Die Behörden im Irak sollen ihren Einsatz für Sicherheit und Schutz der christlichen Minderheit verstärken. Das hat der Auslandsbischof der EKD, Martin Schindehütte (Hannover), in einem Brief an die irakische Regierung gefordert.
 

Anlass ist ein Bombenanschlag auf christliche Studenten in Mossul im Norden des Landes. Am 2. Mai waren am Straßenrand zwei Bomben explodiert, als drei Busse vorbeifuhren, in denen die Hochschüler zur Universität fuhren. Dabei kam nach Agenturangaben mindestens ein Passant ums Leben. Rund 100 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Schindehütte brachte seine große Sorge und Trauer zum Ausdruck. „Bitte stoppen Sie die wachsende Gewalt gegen religiöse und ethnische Minderheiten in Ihrem Land durch klare Maßnahmen, um die Sicherheitslage für alle gesellschaftlichen Gruppen zu gewährleisten“, schrieb er an die irakische Regierung, wie die EKD-Pressestelle am 5. Mai mitteilte. Die Christen in Deutschland beteten mit ihren irakischen Geschwistern dafür, dass endlich Frieden und Gerechtigkeit im Irak einkehren möge. An der Universität von Mossul studieren etwa 1.500 Christen. Aus der Stadt sind nach UN-Angaben in jüngster Zeit mehr als 680 christliche Familien aus Angst vor Anschlägen und Entführungen geflüchtet. Angehörige religiöser Minderheiten werden im Irak zu Opfern des gewalttätigen Machtkampfs zwischen Schiiten und Sunniten. Vor 20 Jahren betrug die Zahl der im Land lebenden Christen 1,4 Millionen; heute sind es als Folge von Flucht und Vertreibung schätzungsweise zwischen 300.000 und 400.000. Von den 26,7 Millionen Einwohnern des Landes sind 95 Prozent Muslime.