19. November 2017

US-Baptisten in Haiti: Keine Anklage wegen Menschenhandels

Quelle: idea.de

Am 12. Januar hatte ein schweres Erdbeben große Teile der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince zerstört. Foto: Flickr.com/UNDP

Am 12. Januar hatte ein schweres Erdbeben große Teile der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince zerstört. Foto: Flickr.com/UNDP

Port-au-Prince (idea) – Die Justiz in Haiti hat die Anklagen gegen zehn US-Baptisten wegen Menschenraubs und Bildung einer kriminellen Vereinigung fallen gelassen. Neun sind bereits auf freiem Fuß und in die USA zurückgekehrt.
 

Nur die Anführerin der Gruppe, die nach dem schweren Erdbeben vom 12. Januar Kinder in die benachbarte Dominikanische Republik bringen wollte, bleibt in Untersuchungshaft. Laura Silsby wird vorgeworfen, „irreguläre Reisen“ vorbereitet zu haben. Der 47-Jährigen droht bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Die Gruppe aus zwei Gemeinden der Southern Baptists (Südliche Baptisten) im Bundesstaat Idaho hatte versucht, 33 Kinder – vom Säugling bis zum 12-Jährigen – aus dem Erdbebengebiet ohne Adoptionspapiere in eine Herberge in der Dominikanischen Republik zu bringen. Doch konnte ihnen keine Entführungsabsicht nachgewiesen werden. Die Baptisten wiesen die Vorwürfe zurück. Nach ihren Angaben wollte ihre Organisation, das von Silsby geleitete Hilfswerk New Life Children’s Refuge (Kinderzuflucht Neues Leben), in der Dominikanischen Republik ein Waisenhaus mit Schule und Kirche bauen. Als Übergangsunterkunft für die Kinder aus dem Erdbebengebiet sollte ein gepachtetes Hotel dienen.