21. November 2017

Unionspolitiker engagieren sich für verfolgte Christen

Quelle: idea.de

Die Initiatorin und Sprecherin des „Stephanuskreises“, die CDU-Abgeordnete Ute Granold. Foto: PR

Die Initiatorin und Sprecherin des „Stephanuskreises“, die CDU-Abgeordnete Ute Granold. Foto: PR

Berlin (idea) – Unionspolitiker haben im Bundestag einen Arbeitskreis Religionsfreiheit gegründet. Sie wollen sich intensiver mit der Lage insbesondere der verfolgten Christen auseinandersetzen, sagte die Initiatorin und Sprecherin des „Stephanuskreises“, die CDU-Abgeordnete Ute Granold, am 29. April gegenüber idea.
 

Der Name des Gremiums geht auf den ersten christlichen Märtyrer (Apostelgeschichte 7) zurück. Dem Arbeitskreis gehören bislang 20 Parlamentarier aus CDU und CSU an. Neben dem Informationsaustausch mit Experten in monatlichen Sitzungen sollen auch Handlungsempfehlungen an Bundestag und Bundesregierung weitergegeben werden. In den kommenden zwei Sitzungen werde es schwerpunktmäßig um die Situation religiöser Minderheiten in Indien und der Türkei gehen. Das schwarz-gelbe Regierungsbündnis hatte sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, weltweit für Religionsfreiheit einzutreten und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Lage der christlichen Minderheiten zu legen.

Erschüttert von Verfolgung in Indien

Zuletzt hatte Granold im April mit dem FDP-Abgeordneten Pascal Kober und dem Menschenrechtsexperten des katholischen Hilfswerks Missio, Otmar Oehring, die indische Hauptstadt Neu Delhi sowie die indischen Bundesstaaten Orissa und Gujarat besucht. Laut Granold sind in Orissa allein 2008 bei Angriffen nationalistischer Hindus auf fast 300 überwiegend von Christen bewohnten Dörfern mehr als 100 Menschen umgekommen. Etwa 50.000 waren geflüchtet. Rund 4.000 Häuser und mehr als 60 Kirchen seien während der Überfälle zerstört worden. Die Berichte über das Ausmaß der Verfolgung und Unterdrückung hätten sie schwer erschüttert, sagte die CDU-Politikerin. Demnächst will sie mit dem Unionsfraktionsvorsitzenden Volker Kauder in die Türkei reisen, um sich dort unter anderem über die Zukunft des Klosters Mor Gabriel zu informieren. Dem geistlichen Zentrum der syrisch-orthodoxen Kirche im Gebiet Tur Abdin (Berg der Gottesknechte) im Südosten der Türkei wird seit langem Land streitig gemacht. Aus dem Tur Abdin flohen in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 300.000 Kirchenmitglieder nach Europa, um Verfolgung, Ermordung und Unterdrückung durch Türken und Kurden zu entgehen.