18. November 2017

Überfall auf Bischof: Polizei fahndet nach Tätern

Quelle: idea.de

Kloster Warburg Foto: Thomas W. Fiege

Kloster Warburg Foto: Thomas W. Fiege

Höxter (idea) – Nach einem Überfall auf den Bischof der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Julius Hanna Aydin, fahndet die Polizei mit drei Phantombildern nach den Tatverdächtigen.
 

Der 63-Jährige war am frühen Morgen des 15. April im Kloster Warburg (Kreis Höxter/Ostwestfalen) von drei aramäisch sprechenden Männern gefesselt und geschlagen worden. Die Täter schnitten dem Bischof auch den Bart ab und erbeuteten Bargeld, einen Laptop und ein Handy. Ein Bewohner hörte später die Klopfgeräusche und alarmierte die Polizei. Der Bischof kam mit erheblichen Verletzungen in ein Krankenhaus. Wie die Polizei am 22. April auf idea-Anfrage mitteilte, seien inzwischen mehrere Hinweise bezüglich der Täter eingegangen. Nähere Einzelheiten gebe man aber nicht bekannt. Unterdessen hat sich der Bischof gegenüber dem Westfalen-Blatt zu dem Überfall geäußert. Er spricht von einem gezielten Attentat: „Ich sollte ernsthaft verletzt werden und Todesangst erleiden. Die Täter haben es in Kauf genommen, dass die Verletzungen möglicherweise auch zum Tode führen können.“ Die Tat sei ein Angriff auf die gesamte syrisch-orthodoxe Kirche gewesen. Die Tatsache, dass die Täter seinen Bart abgeschnitten hätten, zeige, dass sie die gesamte Kirche beleidigen und schmähen wollten, so Aydin. Gleichzeitig kündigte er an, bereits in wenigen Tagen wieder an seine Wirkungsstätte zurückkehren zu wollen. Seit langem schwelen innerkirchliche Konflikte unter den knapp 100.000 syrisch-orthodoxen Christen in Deutschland. Als Hauptwidersacher des Bischofs sei dabei insbesondere der bisherige Vorsitzende des Diözesanrates, Aslan Karatas (Wiesbaden), in Erscheinung getreten, so das Westfalen-Blatt. Dieser habe aber jedoch beteuert, dass er nichts mit dem Überfall zu tun habe. Laut Zeugen hatte das Fluchtfahrzeug ein Wiesbadener Kennzeichen.