18. November 2017

Streit um geplanten Moscheebau

Quelle: idea.de

Die Ahmadiyya-Gemeinde plant den Bau einer Moschee in Iserlohn.

Die Ahmadiyya-Gemeinde plant den Bau einer Moschee in Iserlohn.

Iserlohn (idea) – Der geplante Bau einer Moschee in Iserlohn (Sauerland) sorgt für Streit. Gegen das Projekt der Ahmadiyya-Gemeinde hat sich eine Bürgerinitiative formiert. Medienberichten zufolge unterstützen mittlerweile etwa 7.000 Personen ein Bürgerbegehren, darunter 1.100 Muslime.
 

Sie begründen ihre Ablehnung mit der schwierigen Verkehrssituation, aber auch damit, dass die Bewegung innerhalb des Islam umstritten ist. Gegner des Projekts reichten auch eine Klage beim Verwaltungsgericht Arnsberg ein, da die Moschee in einem Gewerbegebiet entstehen soll. Die evangelische Kirche will in dem Streit vermitteln und hat zu einem Runden Tisch eingeladen. Der Kirchenkreis Iserlohn kündigte an, dass dabei Vertreter der Ahmadiyya-Bewegung, der benachbarten Kirchengemeinden und der Bürgerinitiative vertreten sein sollen. Ein solches Verfahren habe sich in anderen Städten bei ähnlichen Konflikten als äußerst konstruktiv erwiesen, sagte Superintendent Albert Henz. Der Iserlohner Bürgermeister Peter-Paul Ahrens (SPD) hat sich der Mitteilung zufolge bereit erklärt, die Moderation des Runden Tischs zu übernehmen. Die 1889 in Indien gegründete Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft versteht sich als Erneuerungsbewegung im Islam, wurde 1974 jedoch aus der islamischen Gemeinschaft ausgeschlossen. Ihr Gründer, Mirza Ghulam Ahmad (1838-1905), behauptete, in ihm verkörperten sich die erwarteten Heilsbringer aller Religionen. Die Religionsgemeinschaft hat nach eigenen Angaben in Deutschland 60.000 und weltweit 200 Millionen Anhänger in rund 180 Ländern mit Schwerpunkten in Pakistan, Indien, Westafrika und Indonesien.