21. November 2017

Sachsen: Diakoniedirektor kritisiert Politik

Quelle: idea.de

Diakoniedirektor Christian Schönfeld: CDU-FDP-Koalition mangelt es an Bewusstsein für soziale Probleme. Foto: PR

Diakoniedirektor Christian Schönfeld: CDU-FDP-Koalition mangelt es an Bewusstsein für soziale Probleme. Foto: PR

Dresden (idea) – Der Regierungskoalition in Sachsen mangelt es am Bewusstsein für die sozialen Probleme im Freistaat. Diese Kritik äußerte Diakoniedirektor Christian Schönfeld (Radebeul) am 25. April vor der Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in Dresden.
 

Wie er sagte, bleibe die Koalition aus CDU und FDP hinter ihren Möglichkeiten und ihrer Verantwortung zurück. Gerade angesichts eines enormen Sparhaushaltes brauche man aber konstruktive Gestaltungsvorschläge. Schönfeld: „Es ist Aufgabe des Gesetzgebers zu formulieren, welches soziale Sachsen in den kommenden Jahren entwickelt werden soll.“ Arbeitslosigkeit, Armut und die Benachteiligung von Familien – insbesondere von Alleinerziehenden – seien die größten sozialen Herausforderungen. Hinzu komme die Bevölkerungsentwicklung: In Sachsen sei gut ein Viertel der 4,2 Millionen Bürger über 65 Jahre alt. In mehr als 40 Prozent der 2,2 Millionen Privathaushalte wohne nur eine Person. „Mit Alter und Einsamkeit kommt nahezu automatisch der Moment, wo Menschen auf Solidarität und Unterstützung der Gemeinschaft angewiesen sind“, so Schönfeld. An die Kirche gewandt fragte er: „Melden wir uns genügend laut zu Wort, wo Menschen in ihrer Würde beeinträchtigt werden?“

Kirchentag 2011 in Dresden: Viele Teilnehmer aus der Region gewinnen

Die 80 Synodalen beschäftigten sich auch mit den Vorbereitungen für den 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag, der im nächsten Jahr in Dresden stattfinden wird. Kirchentagspräsidentin ist die Präses der EKD-Synode und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Grüne). Sie warb vor der Synode für das Großereignis. Sie wünsche sich, dass mindestens 40.000 Menschen aus Sachsen als Teilnehmer gewonnen würden. In einer Gegend, in der Christen in der Minderheit seien, sei das nicht selbstverständlich. Sie hoffe auch auf katholische Teilnehmer sowie Gäste aus Polen und Tschechien. Zudem sollten möglichst viele kirchenferne Menschen erreicht werden. Die sächsische Landeskirche hat rund 780.000 Mitglieder.