19. November 2017

„Panzermulden“ im Erzgebirge

„Straßenzustand eine Zumutung für Bürger“

Kommentar zum Beitrag „Buckelpisten dominieren Landschaft weiter“ (FREIE PRESSE, Lokalteil Schwarzenberg 13. April 2010).

von Thomas Schneider

Typische Panzermulde (Schlagloch)

Typische Panzermulde (Schlagloch)

Allein nur festzustellen, dass mehr als 100 Millionen Euro fehlen, „um unsere Straßen erst einmal alle in einen ordentlichen Zustand zu versetzen“ und dass für Brücken und Stützmauern „kein Geld da“ ist, reicht nicht! Es geht letztlich um die politische Verantwortung für unsere Bürger im Erzgebirgskreis, die größtenteils auf hohe Mobilität angewiesen sind. Was jedoch mit dem DDR-spezifischen Zustand der Straßen angeboten wird, ist mehr als eine Zumutung! Da brüstet man sich sachsenweit mit Hochglanzbroschüren zu neuen Straßenbauprojekten und ist nicht einmal in der Lage, das bestehende Straßennetz zu sanieren. Ein verantwortungsvoller Hausbesitzer käme niemals auf die schizophrene Idee, sein Haus an der Straße verlottern zu lassen und auf der grünen Wiese hinterm Haus ein neues zu bauen. Was wir jetzt brauchen? Erstens den nötigen politischen Druck gegen Landes- und Bundesregierung zur Freigabe finanzieller Mittel. Und zweitens einen unverzüglichen Stopp von Straßenneubauprojekten. Zu DDR-Zeiten haben wir als Jugendliche in die größten „Panzermulden“ (Schlaglöcher) kleine Birken gepflanzt um die Obrigkeit auf den katastrophalen Zustand der Straßen aufmerksam zu machen. Das sollten wir heute wieder tun. Diesmal aber vor laufenden Kameras, damit es auch in Dresden und Berlin gesehen wird. Bald werden viele neue Verkehrsschilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen die Straßenränder säumen, damit der Landkreis vor Strafanzeigen verschont bleibt. Dafür scheint noch genug Geld in der Kasse zu sein. Kommentar als PDF