19. November 2017

Landete die Arche Noah auf dem Berg Cudi?

Quelle: idea.de

Wissenschaftsjournalist wertet antike Quellen und Google-Earth-Bilder aus. Foto:www.noahs-berg.de

Wissenschaftsjournalist wertet antike Quellen und Google-Earth-Bilder aus. Foto:www.noahs-berg.de

Wildberg (idea) – Neue Erkenntnisse über den Landeplatz der Arche Noah will der Wissenschaftsjournalist Timo Roller (Wildberg/Schwarzwald) aufgrund historischer Dokumente und Internetrecherchen gewonnen haben.
 

Danach endete Noahs Reise am Ende der Sintflut nicht im Ararat-Massiv an der türkisch-armenischen Grenze, sondern auf dem 300 Kilometer entfernten Berg Cudi in der Südosttürkei. Roller bezieht sich außer auf antike Quellen und Expeditionsberichte vor allem auf Beobachtungen im Internetdienst „Google-Earth“. Vergleiche von alten Fotos mit den Aufnahmen von „Google Earth“ hätten plausible Hinweise darauf ergeben, dass die Arche wahrscheinlich auf dem 2.114 Meter hohen Berg Cudi landete, sagte Roller gegenüber idea. Der britische Ägyptologe David Rohl und der US-amerikanische Autors Bill Crouse seien zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Erkundungen in dieser Region seien jedoch wegen ständiger Kämpfe zwischen der türkischen Armee und kurdischen Unabhängigkeitskämpfern nicht möglich.

Josephus, Orthodoxe und der Koran erwähnen den Berg Cudi

Laut Roller bezieht sich das in der Bibel erwähnte Gebirge Ararat (1. Mose 8,4) nicht nur auf das gleichnamige osttürkische Bergmassiv, sondern auch auf das Königreich Urartu, das sich bis zur damaligen assyrischen Grenze viel weiter südlich erstreckte und zu dem der Berg Cudi gehört. Dies decke sich mit Beschreibungen des jüdischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus sowie mit Aussagen im Koran. Auch Flachreliefs aus assyrischer Zeit wiesen auf eine besondere Bedeutung des Bergs Cudi hin. In der heutigen Provinz Sirnak gebe es zudem eine starke Lokaltradition, die auf einen biblischen Hintergrund schließen lasse. Die englische Forscherin Gertrude Bell (1868-1926), die im April 1909 auf dem Berg Cudi war, berichte, dass sich Christen, kurdische Jesiden und Muslime noch am Anfang des 20. Jahrhunderts zu Pilgerfesten bei den Überresten eines so genannten Noahklosters auf dem Gipfel des Berges Cudi getroffen hätten. Der deutsche Geologe Friedrich Bender (1926–2008) habe an Ostern 1954 unter Schnee und Sand auf dem Cudi völlig zerfallenen, asphaltverklebten Holzstaub gefunden und ihn nach der C14-Methode auf ein Alter von über 6.000 Jahre datiert. 1983 habe eine Gruppe aus Landshut zahlreiche Ruinen auf dem Berg fotografiert. Rollers Überzeugung wird auch von der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien gedeckt. In ihrer Bibelübersetzung „Peschitta“ wird der Landeplatz der Arche in den Bergen von Kardo lokalisiert, was die historische Bezeichnung des Bergs Cudi ist. Roller veröffentlichte vor drei Jahren im Hänssler-Verlag den virtuellen Reiseführer „Bible Earth“, der aufgrund von „Google Earth“-Fotos Einblicke in biblische Länder gibt. (weitere Infos unter www.noahs-berg.de)