18. November 2017

Kirchenpräsident Liebig: Kirche hat Kontakt zu Armen verloren

Quelle: ideaSpektrum Nr. 16/2010

Präsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig - Foto: wikipedia

Präsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig - Foto: wikipedia

„Die Evangelische Kirche hat den Kontakt zu Gemeindegliedern, die in Armut leben, zum Teil schon lange verloren.“ Das sagte der Präsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, vor der Landessynode in Dessau.
 

Bedürftige müssten nicht nur professionelle Hilfe etwa seitens der Diakonie erfahren, sondern auch stärker in die Kerngemeinde integriert werden.

Gottesdienste sind nie umsonst
Im Blick auf die 214 Kirchengebäude in Anhalt plädierte der Kirchenpräsident für eine intensivere Nutzung. Liebig: „Ich bin sicher: Wir würden damit gerade in Dörfern Menschen ansprechen, die bislang nicht zur Gemeinde gehören.“ Zwar seien Gottesdienste mit sehr kleinen Besucherzahlen bisweilen eine geistliche Herausforderung: „Doch wenn sie gut vorbereitet, interessiert und liebevoll gestaltet werden, sind sie nie umsonst.“

Durchhaltevermögen unverzagter Beter
Liebig erinnerte an die Erfahrungen mit den Friedensgebeten in der DDR in den achtziger Jahren, die auch aufgrund geringer Teilnehmerzahlen gefährdet gewesen seien: „Es war das geistlich begründete Durchhaltevermögen unverzagter Beter, die später den Raum schufen, das Land von Grund auf zu verändern.“ Die anhaltische Kirche ist mit rund 47.000 Mitgliedern in etwa 150 Gemeinden die kleinste der 22 Landeskirchen.