19. November 2017

Die Stasi führte ihn als IM „Orion“

Quelle: ideaSpektrum Nr. 16/2010

Das Konsistorium in Greifswald - Foto: wikipedia

Das Konsistorium in Greifswald - Foto: wikipedia

Der Altbischof der Pommerschen Evangelischen Kirche, Horst Gienke (Demmin), hat am 18. April sein 80. Lebensjahr vollendet.
 

Er war 1972 an die Spitze der damaligen Evangelischen Kirche in Greifswald gewählt worden. Am 13. November 1989 erklärte er seinen Rücktritt. Zuvor hatte ihm die Synode mit knapper Mehrheit das Misstrauen ausgesprochen. Grund war vor allem, dass Gienke den DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker zur Wiedereinweihung des renovierten Greifswalder Domes im Juni 1989 eingeladen hatte, ohne Rücksprache mit der Kirchenleitung zu nehmen und den ebenfalls in Greifswald weilenden Ostberliner Bischof, Gottfried Forck, dazuzubitten, der dem DDR-Regime kritisch gegenüberstand.

IM „Orion“
Später kam heraus, dass die Stasi den Bischof als IM „Orion“ geführt hatte. Gienke hat nach eigenen Angaben 37 Gespräche mit Stasi-Offizieren geführt, in denen es um „grundsätzliche Fragen“ gegangen sei. Nachdem seine Identität als IM aufgedeckt worden war, bestritt der Theologe, sich bewusst als IM zur Verfügung gestellt zu haben.

Kirche: Verdienste nicht vergessen
Wie es in einer Mitteilung der Pommerschen Evangelischen Kirche heißt, dürften die Verdienste Gienkes nicht vergessen werden: „Sein Hauptanliegen war stets eine klare Christusverkündigung, der Ruf zum Glauben und der Gemeindeaufbau.“