22. November 2017

Diakonie wendet sich gegen „Greencard“ für ausländische Pflegekräfte

Quelle: idea.de

Der Leiter des Bereichs Pflege der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, Ulrich Christofczik. Foto: PR

Der Leiter des Bereichs Pflege der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, Ulrich Christofczik. Foto: PR

Münster (idea) – Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe lehnt eine sogenannte „Greencard“ für ausländische Pflegekräfte ab. Um auf den Fachkräftemangel in diesem Bereich zu reagieren, hatte der Arbeitgeberverband Pflege vor kurzem eine solche Regelung gefordert.
 

Pflegekräfte aus dem Ausland müssten ohne bürokratische Hürden in Deutschland arbeiten dürfen. Der Leiter des Bereichs Pflege der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, Ulrich Christofczik (Münster), sagte am 29. April, dies sei kein nachhaltiger Weg zur Lösung des Problems. Auf diese Weise leiste man einer „Discount-Pflege ohne Qualitätsstandards Vorschub“. Stattdessen fordert der Verband den Pflegeberuf zu reformieren, attraktiver zu gestalten und Aufstiegsoptionen zu bieten. „Wir brauchen eine generalisierte Ausbildung für Kranken- und Altenpflege, die wie in anderen europäischen Ländern auf Hochschulniveau weitergeführt werden kann“, so Christofczik. Laut der „Financial Times Deutschland“ fehlen schon jetzt im Pflegebereich deutschlandweit 50.000 Betreuer. Nach Ansicht des Vorsitzenden des Arbeitgeberverbands Pflege, Thomas Greiner (Berlin), wird sich bis zum Jahr 2050 die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit 2,2 Millionen verdoppeln. Die Diakonie bietet bundesweit derzeit über 15.000 Ausbildungsplätze im Bereich Gesundheit und Soziales an. Allein in Nordrhein-Westfalen werden momentan rund 2.250 Personen für einen Beruf in der Altenpflege ausgebildet. Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe ist der größte diakonische Landesverband. Sie repräsentiert 4.900 Sozialeinrichtungen, in denen 330.000 Mitarbeiter haupt- oder ehrenamtlich tätig sind.