24. April 2018

Zwei verfolgte Christen aus Gefängnissen entlassen

Quelle: idea.de

Die Menschenrechtsanwältin Le Thi Cong Nhan ist nach dreijähriger Haft entlassen worden und erhält Anrufe von Freunden. Foto: IGFM

Die Menschenrechtsanwältin Le Thi Cong Nhan ist nach dreijähriger Haft entlassen worden und erhält Anrufe von Freunden. Foto: IGFM

Hanoi/Addis Abeba (idea) – Zwei wegen ihres Glaubens inhaftierte Christen sind aus der Haft entlassen worden. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea hatten beide zu „Gefangenen des Monats“ erklärt und zur Unterstützung für sie aufgerufen.
 
Es handelt sich um die vietnamesische Rechtsanwältin Le Thi Cong Nhan (Gefangene des Monats Februar 2008) und den zum Christentum übergetretenen Ex-Muslim Bashir Musa Ahmed (Gefangener des Monats Dezember 2009), der in der Somali-Region im Osten Äthiopiens gefangen war. Die Anwältin, die nach Angaben der IGFM am 6. März aus dem Gefängnis 5 der Provinz Thanh Hoa entlassen wurde, hatte Kurse über Menschenrechte für Studenten gegeben und sich für benachteiligte und verfolgte Christen eingesetzt. Sie war im Mai 2007 wegen „Propaganda gegen den sozialistischen Staat“ zu drei Jahren Haft und drei Jahren Hausarrest verurteilt worden. Diesen Arrest muss sie nun antreten. Nach Angaben der IGFM hat die Anwältin in der Haft energisch dafür gekämpft und durchgesetzt, ihre Bibel behalten zu dürfen, die ihr die US-Kommission für Religionsfreiheit bei einem Besuch im Gefängnis geschenkt hatte. Ansonsten durfte sie keine anderen religiösen Schriften haben. Cong Nhan hatte es während der Haft immer wieder abgelehnt, ein „Geständnis“ abzulegen oder einer Ausreise ins Ausland zuzustimmen. Der zum Christentum konvertierte ehemalige Islam-Gelehrte Bashir Musa Ahmed wurde nach Angaben des Hilfswerks Middle East Concern (Loughborough/Mittelengland) am 4. März freigelassen. Die Polizei hatte ihn am 23. Mai 2009 in der Somali Region in Äthiopien festgenommen. Er wurde beschuldigt, Bibeln an Muslime verbreitet zu haben, die wie Koran-Ausgaben aussehen. Dies sei „arglistig“. Einheimische Christen wiesen diesen Vorwurf zurück. Die von Bashir verbreiteten Bibeln seien üblich und weit verbreitet. Nach Angaben von Middle East Concern wurde der Christ in der Haft geschlagen.