21. April 2018

Iran: Christen verhaftet und gefoltert

Quelle: idea.de

Für Religionswechsel drohen im Iran harte Strafen.

Für Religionswechsel drohen im Iran harte Strafen.

Isfahan (idea) – Im Iran werden Christen wegen ihres Glaubens verhaftet und im Gefängnis gefoltert. Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main nahmen Geheimdienstmitarbeiter am 28. Februar in Isfahan Pastor Hamid Shafiee und seine Frau Reyhaneh Aghajari fest. Die Behörden verweigerten Informationen darüber, wo und warum sie gefangen gehalten würden.
 

Beide seien vor etwa 15 Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten und seither mehrfach schikaniert worden. In der Islamischen Republik Iran ist Muslimen der Religionswechsel verboten. Männer, die sich vom Islam abwenden, können hingerichtet und Frauen zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Ferner würden sie täglich zu den fünf islamischen Gebetszeiten ausgepeitscht. Shafiee leitete eine Hausgemeinde ehemaliger Muslime. Bei der Durchsuchung seines Hauses beschlagnahmten die Beamten Bücher, Mobiltelefone, CDs, Bibeln und Wandbilder. Die Ehefrau des Pastors sei verprügelt worden. Ein anderer evangelischer Geistlicher muss offenbar im Gefängnis Folter erleiden. Am 2. Februar war in Isfahan der Pastor der Assyrisch-Evangelischen Gemeinde Kermanshah, Wilson Issavi, festgenommen worden. Seine Ehefrau, Madeleine Nazanin, berichtete nach einem Besuch im Gefängnis, dass am Körper ihres Mannes Foltermale zu sehen seien. Ihm wird vorgeworfen, Muslime bekehrt und getauft zu haben. Dafür erwarteten ihn „Prozess und Hinrichtung“, erklärten Geheimdienstmitarbeiter gegenüber der Ehefrau. Von den mehr als 70 Millionen Einwohnern Irans sind etwa 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Personen, die zum christlichen Glauben übergetreten sind, wird auf bis zu 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.