26. April 2018

EC-Leiter für christliche Schlager- und Volksmusik

Quelle: idea.de

Der theologische Leiter des Jugendverbandes „Entschieden für Christus“ (EC), Pfarrer Rudolf Westerheide.

Der theologische Leiter des Jugendverbandes „Entschieden für Christus“ (EC), Pfarrer Rudolf Westerheide.

Kassel (idea) – Millionen Bundesbürger könnten über Schlager- und Volksmusik mit der christlichen Botschaft erreicht werden. Aber die fromme Welt kann ihnen auf diesem Gebiet nichts anbieten. Das bedauert der theologische Leiter des Jugendverbandes „Entschieden für Christus“ (EC), Pfarrer Rudolf Westerheide (Kassel).
 

„In der kulturbürgerlich geprägten christlichen Gemeinde ist nichts so politisch korrekt wie die empörte Ablehnung des Schlagers“, schreibt der Theologe in seinem Bundespfarrerbericht. Dabei ließen sich mit gut gemachten Schlagern umfangreiche Inhalte vermitteln: „Millionen Menschen, von denen wir sagen, sie könnten keine fünf Minuten einer Predigt folgen, sind es gewohnt, sich im Schlager lang und breit Geschichten und Weisheiten aus dem Leben anzuhören.“ Bei dieser Art von Musik stehe die Christenheit aber mit leeren Händen da. Dabei gebe es zumindest in der Volksmusik durchaus Bündnispartner. Als Beispiel nennt Westerheide den Sänger Florian Silbereisen. Manche der von ihm gesungenen Texte vermittelten das Evangelium deutlicher „als das durchschnittliche Wort zum Sonntag“, so der Theologe im Blick auf die ARD-Sendung. In dem Lied „Du brauchst dich doch bloß umzusehn“ (Text Bernd Meinunger) gehe Silbereisen „evangelistisch aufs Ganze“. Darin heißt es im Refrain: „Ich glaub an Gott, ich glaub daran. Ich bin ein Teil von seinem Plan.“ Und weiter: „Ich glaube an Gott, ich bet zu ihm. Er hat mir schon so oft verziehn.“ Westerheide: „Wenn wir es mit der Mission ernst meinen und nicht durch kulturelle Selektion 70 Prozent der potenziellen Hörer des Evangeliums von vornherein ausschließen wollen, brauchen wir eigentlich eine christliche Schlager- und Volksmusik.“

Nicht auf neue Lobpreislieder beschränken

Westerheide äußert sich auch kritisch zu Einseitigkeiten hinsichtlich des Gesangs in frommen Kreisen: „Das Defizit der Sangeskultur des breiten evangelikal-pietistisch-charismatischen Stroms liegt vor allem darin, dass wir darin weitestgehend sowohl die traditionellen Kirchenlieder als auch das Liedgut des Pietismus hinter uns gelassen haben und uns überwiegend auf den Bereich der Lobpreis- und Anbetungslieder beschränken.“ Zum Spektrum evangelischen Gesangs gehörten auch Glaubens-, Verkündigungs-, Kreuz- und Trostlieder sowie Morgen- und Abendlieder. Westerheide spricht sich dafür aus, neue Glaubens- und Lebenslieder zu schaffen sowie vorhandene gutes Liedgut wieder bekannt zu machen: „Warum sollte nicht ‚Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“ zum Höhepunkt des Jugendgottesdienstes werden?“ Der Bundespfarrer regt an, sich im EC-Verband auf „20 gute Lieder“ zu einigen und diese innerhalb von einem Zeitraum von fünf Jahren zu etablieren.