17. Januar 2018

Bibeltreue Gemeindegründung auf dem Lande

Quelle: idea.de

Wie in einem kleinen Ort Niedersachsens eine freie Gemeinde entsteht. Foto: PR

Wie in einem kleinen Ort Niedersachsens eine freie Gemeinde entsteht. Foto: PR

Meine (idea) – Wie entsteht eine bibeltreue Gemeinde im ländlichen norddeutschen Raum? Vor zwölfeinhalb Jahren kam der US-Amerikaner Tim Kelly mit seiner russlanddeutschen Frau Linda in den rund 8.000 Einwohner zählenden Ort Meine bei Gifhorn.
 

Der 44-jährige, der mit seiner gleichaltrigen Frau als Missionare von der Grace Church (Gnaden-Gemeinde) in Du Page (US-Bundesstaat Illinois) ausgesandt wurde, versammelt bis heute bibeltreue Christen in seinem Haus im Ortsteil Gravenhorst, wo die sechsköpfige Familie wohnt. Mit bis zu 80 Besuchern platzt es jedoch inzwischen aus den Nähten. Die Mitglieder und Freunde der „Freien evangelischen Bibelgemeinde“ bauen zurzeit mit viel Eigenleistung ein Zentrum mit einem etwa 200 Quadratmeter großen Gottesdienstsaal mit Empore. Hinzu kommen Funktionsräume wie Büro, Küche, Kinder- und Seminarräume. Finanziert wird das auf 450.000 Euro veranschlagte Projekt, das im August fertig werden soll, zu 60 Prozent von der kleinen Gemeinde selbst. Hinzu kommen Zuwendungen befreundeter Gemeinden in den USA. Die Bibelgemeinde steht auch in Verbindung mit der deutschen Konferenz für Gemeindegründung.

„Das Sektenimage ist vom Tisch“

Bei den Besuchern handelt es sich, wie Kelly idea auf Anfrage mitteilte, vor allem um enttäuschte und aus der Landeskirche ausgetretene Christen, ferner um Russlanddeutsche, die sich eine bibeltreue Verkündigung und Lehre wünschen. Sie kommen aus umliegenden Städten wie Gifhorn, Salzgitter, Braunschweig und Wolfsburg. Aus Meine selbst und den acht Ortsteilen sind bisher wenige zu der Bibelgemeinde gestoßen. Einige Gemeindemitglieder ziehen inzwischen nach Meine um, so Kelly. Berührungsängste innerhalb der Kommune seien inzwischen weitgehend abgebaut: „Das Sektenimage ist vom Tisch.“ Auch zur evangelischen Kirchengemeinde habe sich das Verhältnis entspannt, nachdem man das Gespräch mit Pastor Jürgen Holly gesucht habe. Was sich Kelly noch wünscht, ist, dass mehr Menschen eine Bekehrung zum lebendigen Glauben an Jesus Christus erleben.