25. Februar 2018

Rat der EKD spricht Käßmann Vertrauen aus

Quelle: idea.de

Rat der EKD: Vorsitzende soll selbst über Konsequenzen ihrer Alkoholfahrt entscheiden.

Rat der EKD: Vorsitzende soll selbst über Konsequenzen ihrer Alkoholfahrt entscheiden.

Hannover (idea) – Der Rat der EKD hat seiner Vorsitzenden, Landesbischöfin Margot Käßmann (Hannover), nach ihrer Alkoholfahrt einmütig das Vertrauen ausgesprochen. Das ist das Ergebnis einer Telefonkonferenz am Abend des 23. Februars, an der alle 14 Ratsmitglieder beteiligt waren.
 

Auf der regulären Ratssitzung, die für den 26. und 27. Februar in Tutzing bei München angesetzt ist, soll eine abschließende Bewertung vorgenommen werden. In ungeteiltem Vertrauen überlasse das Leitungsgremium der Vorsitzenden die Entscheidung über den Weg, der dann gemeinsam eingeschlagen werden solle, heißt es in einer Pressemitteilung der EKD. Die Frage eines eventuellen Rücktritts war aufgekommen, nachdem bekannt wurde, dass sie am 20. Februar betrunken eine rote Ampel in Hannover überfahren und danach von der Polizei gestoppt worden war. Sie hatte 1,54 Promille Alkohol im Blut und musste ihren Führerschein abgeben, weil sie fahruntüchtig war. Ihr droht ein Strafverfahren mit einer Geldstrafe oder Gefängnis von bis zu einem Jahr. Damit wäre sie vorbestraft. Außerdem muss sie mit Führerscheinentzug und sieben Punkten in Flensburg rechnen. Die 51-jährige Theologin war Presseberichten zufolge am späten Abend mit ihrem Dienstwagen, einem VW Phaeton, in der Innenstadt von Hannover unterwegs. Nach Angaben von Experten muss eine Frau ihrer Statur binnen einer Stunde mindestens eine Flasche Wein oder drei Flaschen Bier trinken, um einen derartig hohen Alkoholwert zu erreichen. Frau Käßmann zeigte sich reumütig: „Ich bin tief erschrocken, dass ich so einen schlimmen Fehler gemacht habe. Mir ist bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist.“ Den rechtlichen Konsequenzen werde sie sich selbstverständlich stellen.

Leitung der hannoverschen Landeskirche solidarisch mit Käßmann

Aufgrund der Ereignisse sagte sie nach Angaben der hannoverschen Landeskirche alle Termine in der laufenden Woche ab. Wie Pressesprecher Johannes Neukirch (Hannover) auf Anfrage von idea sagte, stehe die Leitung der Landeskirche solidarisch hinter der Landesbischöfin. Eventuelle Entscheidungen über die Fortführung ihrer Ämter müsse Frau Käßmann selbst treffen.

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