18. November 2017

Politik kritisiert Christenverfolgung

Quelle: idea.de

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder (CDU).

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder (CDU).

Berlin/Straßburg (idea) – Kritik an Christenverfolgung haben das Europäische Parlament und der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, geübt. Christen seien „die bedrohteste Glaubensgruppe in der Welt“, sagte der CDU-Politiker am 20. Januar im Parlament.
 

„Wir müssen mit denjenigen solidarisch sein, die nichts anderes wollen, als sich als Christen zu ihrem Glauben zu bekennen“, so Kauder. Dazu sei besonders eine christlich-liberale Koalition verpflichtet. Die Bundesregierung solle die Botschafter von Staaten mit besonders starker Christenverfolgung zum Gespräch einladen, regte Kauder an. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen werden mindestens 100 Millionen Christen an der Ausübung ihres Glaubens massiv gehindert. Zwei Vorfälle vom Jahresanfang haben das Europäische Parlament in Straßburg am 21. Januar zu scharfer Kritik bewogen. Bei einem Attentat im südägyptischen Nag Hammadi wurden sechs koptische Christen am orthodoxen Heiligabend (6. Januar) beim Verlassen ihrer Kirche erschossen und etwa zehn Personen verletzt. Auch ein muslimischer Wachmann kam ums Leben. In Malaysia verübten Muslime zahlreiche Angriffe auf Kirchen, weil das Oberste Gericht auch Christen die Verwendung des Wortes Allah für Gott gestattet hatte. In einer Entschließung fordern die EU-Parlamentarier die Regierungen Ägyptens und Malaysias auf, die Verantwortlichen für die Gewaltakte zur Rechenschaft ziehen. Sie beauftragten den EU-Ministerrat und die Außenbeauftragte Catherine Ashton, sich bei den beiden Staaten für die religiösen Minderheiten einzusetzen. Der malaysischen Regierung wirft die EU außerdem vor, 15.000 im vergangenen Jahr beschlagnahmte Bibeln nicht zurückgegeben zu haben.