19. November 2017

Nigeria: Anglikanischer Bischof entführt

Quelle: idea.de

Geiselnehmer verlangen 70.000 Euro Lösegeld für die Freilassung von Bischof Peter Imasuen. Foto: PR

Geiselnehmer verlangen 70.000 Euro Lösegeld für die Freilassung von Bischof Peter Imasuen. Foto: PR

Benin Stadt/Jos (idea) – Im Süden Nigerias ist ein anglikanischer Bischof entführt worden. Die Geiselnehmer fordern offenbar ein Lösegeld von umgerechnet 70.650 Euro.
 

Wie der anglikanische Informationsdienst Episcopal News Service berichtet, wurde Bischof Peter Imasuen am 24. Januar in Benin Stadt von bewaffneten Männern verschleppt, als er vom Sonntagsgottesdienst nach Hause zurückkehrte. Imasuen ist auch Vorsitzender der Christlichen Vereinigung Nigerias (CAN) im Bundesstaat Edo. Die Entführung ereignete sich eine Woche nach blutigen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen in der zentralnigerianischen Stadt Jos. Dabei sind nach neuesten Angaben mindestens 300 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Leichen wurden der britischen Rundfunkanstalt BBC zufolge in Brunnen gefunden. Etwa 1.000 Personen wurden verletzt und 17.000 vertrieben. Die Polizei hat etwa 300 Tatverdächtige festgenommen. Einige sollen schon an Kämpfen zwischen Christen und Muslimen im November 2008 beteiligt gewesen sein. Dabei kamen ebenfalls mehr als 300 Menschen ums Leben.

Politiker missbrauchen Jugendliche

Die rund 860.000 Einwohner zählende Stadt Jos liegt im Zentrum Nigerias, wo der muslimisch geprägte Norden und der christlich bzw. gemischt religiös geprägte Süden aneinander stoßen. In den nördlichen Bundesstaaten gilt das islamische Religionsgesetz, die Scharia. Mehrfach ist es in der Region zu blutigen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen gekommen. Dahinter stehen nicht nur religiöse Auseinandersetzungen. Politische Interessenvertreter missbrauchen Jugendliche, um ihre Machtansprüche durchzusetzen. Im Jahr 2004 wurden etwa 700 Personen bei religiös motivierten Zusammenstößen getötet. Das westafrikanische Nigeria hat 140 Millionen Einwohner und ist damit das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Knapp 49 Prozent sind Christen, 45 Prozent Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen.