19. November 2017

Lord Carey: „Wir brauchen eine strengere Kirche“

Quelle: idea.de

Der anglikanische Kirchenmann, der britische Lord Carey: Christen sind zu weich.

Der anglikanische Kirchenmann, der britische Lord Carey: Christen sind zu weich.

London (idea) – Christen sind zu „weich“, sie sollten deutlicher für ihren Glauben eintreten. Dafür plädiert der britische Lord Carey, von 1991 bis 2002 „Erzbischof von Canterbury“ und damit geistliches Oberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft.
 

„Wir brauchen eine strengere Kirche“, sagte der 74-jährige Kirchenmann der Rundfunkanstalt BBC. Christen verträten ihre Glaubensüberzeugungen oft nicht mit der nötigen Härte, weil sie keinen Anstoß erregen wollten. Sie sollten deutlicher Flagge zeigen, meinte Carey. Dazu gehöre auch, das christliche Erbe zu bewahren und für demokratische Werte einzutreten. Carey gehört dem britischen Oberhaus an.

Einwanderung begrenzen

Er ist Mitglied einer überparteilichen Gruppe zu Einwanderungsfragen, die für eine Begrenzung der Zuwanderung eintritt. Man dürfe die Bevölkerungszahl des Landes nicht auf über 70 Millionen anwachsen lassen. Das britische Statistikamt sagt dies für 2029 voraus, vornehmlich durch Zuwanderung. Gegenwärtig hat Großbritannien etwa 61,4 Millionen Einwohner. Die Gruppe möchte eine Obergrenze von etwa 40.000 Zuwanderern pro Jahr festlegen; 2008 waren es 163.000. Wie Carey gegenüber der BBC erläuterte, gehe es ihm nicht darum, die Zahl der nicht-christlichen Zuwanderer einzuschränken. „Wir heißen jeden willkommen“, sagte er. Man könne aber von den Neubürgern ein Verständnis für die parlamentarische Demokratie erwarten, die auf christlichen Werten gründe. Außerdem sollten sie bereits sein, sich die englische Sprache und ein Grundwissen über die Geschichte des Landes anzueignen.