19. November 2017

Jemen: Steht Freilassung der Geiseln bevor?

Quelle: idea.de

Das Ehepaar Hentschel mit seinen drei kleinen Kindern war im Juni vergangenen Jahres verschleppt worden. Foto: Privat

Das Ehepaar Hentschel mit seinen drei kleinen Kindern war im Juni vergangenen Jahres verschleppt worden. Foto: Privat

Berlin/Sanaa (idea) – Steht die im Jemen entführte Familie aus Sachsen kurz vor der Freilassung? Ein ARD-Bericht hat entsprechende Hoffnungen genährt.
 

Man habe aus Regierungskreisen erfahren, dass die fünfköpfige christliche Familie „möglicherweise bald freikommen könnte“, hieß es dort. Außenminister Guido Westerwelle (FDP), der am 11. Januar zu einem Blitzbesuch in den Jemen reiste, sagte nach einem Treffen mit Staatspräsident Ali Abdallah Saleh in Sanaa, die jemenitische Regierung verfüge über neue Informationen zum Aufenthaltsort der vor einem halben Jahr entführten Familie. Das Ehepaar mit seinen drei kleinen Kindern war im Juni vergangenen Jahres verschleppt worden, zusammen mit zwei Pflegehelferinnen aus Niedersachsen, einem Briten und einer Südkoreanerin. Die beiden Deutschen Anita Grünwald (24) und Rita Stumpp (26) sowie die Lehrerin Um Young-Sun waren wenig später tot aufgefunden worden. Westerwelle dankte der jemenitischen Regierung ausdrücklich für ihre Bemühungen zur Beendigung des Geiseldramas. Zugleich sagte der Außenminister Unterstützung im Kampf gegen die El-Kaida-Terroristen zu. Der Jemen dürfe kein Zufluchtsort für Terroristen werden.

Familie: Viel Spekulation

Mit Zurückhaltung reagierte indes die Familie der Entführten. Dass die jemenitische Regierung über Hinweise zum Aufenthaltsort der Geiseln verfüge, ändere immer nichts an der Tatsache, „dass sie sich in den Händen von Verbrechern befinden“, erklärte der Schwager des entführten Familienvaters Johannes Hentschel, Pastor Reinhard Pötschke (Radebeul bei Dresden), gegenüber idea. Von den Gerüchten um eine bevorstehende Freilassung sei noch nichts bestätigt worden, sagte er. Auch in der Vergangenheit sei viel spekuliert worden, und dann habe sich doch nichts getan. „Wir glauben das erst, wenn wir unsere Lieben wieder in den Armen halten.“