19. November 2017

Erdbeben eine Folge vom „Pakt mit dem Teufel“?

Quelle: idea.de

Der evangelikale US-Fernsehprediger Pat Robertson kritisiert Voodoo-Kult – Für Erweckung in Haiti beten.

Der evangelikale US-Fernsehprediger Pat Robertson kritisiert Voodoo-Kult – Für Erweckung in Haiti beten.

Port-au-Prince/Virginia Beach (idea) – Der evangelikale US-Fernsehprediger Pat Robertson (Virginia Beach/Bundesstaat Virginia) sieht im Erdbeben von Haiti die Folge eines „Pakts mit dem Teufel“.
 

Die Bevölkerung habe diesen Pakt Ende des 18. Jahrhunderts geschlossen, um von den französischen Kolonialherren befreit zu werden, sagte der 79-Jährige im TV-Sender Christian Broadcasting Network (CBN). Der Teufel habe diese Vereinbarung angenommen und die Haitianer hätten die Franzosen „hinausgeworfen“. Die Folgen dieses Pakts seien bis heute zu spüren. Denn offenbar stehe Haiti unter einem Fluch. Dies zeige etwa der Vergleich mit dem Nachbarland, der Dominikanischen Republik. Beide Länder sind Teil der Insel Hispaniola. „Die Dominikanische Republik ist wohlhabend, gesund und voller Hotels, während Haiti verzweifelt arm ist“, so Robertson. Er nahm Bezug darauf, dass sich Gegner der französischen Kolonialherrschaft 1791 zu einer Voodoo-Zeremonie versammelt hatten. Sie markiert nach Angaben einheimischer Historiker den Beginn des Widerstands gegen die französische Herrschaft. 1804 wurde Haiti unabhängig. Robertson rief ferner dazu auf, für das Land zu beten, „damit sich viele Menschen im großen Stil Gott zuwenden“. Er sei zuversichtlich, dass dann aus der Tragödie etwas Gutes erwachse. Robertson gilt als einer der öffentlichkeitswirksamsten konservativen Protestanten in den USA. 1988 bewarb er sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Er rief zur Ermordung des sozialistischen Präsidenten Venezuelas, Hugo Chavez, auf und erklärte den Schlaganfall des israelischen Premierministers Ariel Scharon als Strafe Gottes für den Rückzugs Israels aus dem Gaza-Streifen. Auch die Terroranschläge vom 11. September 2011 und den Hurrikan „Katrina“ im Jahr 2005 hielt er für Strafen Gottes für die Sünden Amerikas wie Abtreibung und Homosexualität.

Voodoo-Pakt 2003 erneuert

2003 hatten Voodoo-Priester Haiti mit Tieropfern erneut dem Teufel geweiht. Der damalige Staatspräsident Jean-Betrand Aristide hatte ein halbes Jahr zuvor den Voodoo-Kult zur zweiten Staatsreligion neben dem Katholizismus erklärt. Aristide ging 2004 ins Exil. Der Voodoo-Kult stammt aus dem westafrikanischen Benin und hat seine Wurzeln in Stammesreligionen und Hexenkulten. Mit magischen Handlungen soll es seinen Anhängern möglich sein, Rache zu nehmen und Menschen zu Tode zu bringen. 2004 hatten rund 100.000 Evangelikale aus Anlass des 200. Jahrestages der Unabhängigkeit Haiti Jesus Christus geweiht. Ziel war es auch, die Vorherrschaft des Voodoo-Kultes zu brechen.

Hilfe läuft nur schleppend an

Das ganze Ausmaß des Erdbebens vom 12. Januar ist immer noch unklar. Das Rote Kreuz rechnet mit bis zu 50.000 Toten, während Ministerpräsident Jean-Max Bellerive von mehr als 100.000 Toten spricht. Obwohl inzwischen eine internationale Hilfswelle angelaufen ist, erreichen die Hilfstransporte die Überlebenden nur schleppend. Inzwischen warnen Hilfsorganisationen vor Überfällen und Plünderungen durch Banden. „Wir müssen so schnell wie möglich helfen, sonst könnte es zu Ausschreitungen kommen“, befürchtet Urs Bernhard vom christlichen Hilfswerk World Vision. Aus Protest gegen die ausbleibende Hilfe haben aufgebrachte Haitianer zwei Straßensperren aus Leichen errichtet. Ein großes Hindernis für die Retter ist der Flughafen von Port-au-Prince. Flugzeuge mit Hilfsgütern können erst landen, wenn andere Maschinen am Boden wieder gestartet sind. Die Regierung Haitis hat deshalb dazu aufgerufen, keine Flüge nach Port-au-Prince zu leiten. An den Hilfsaktionen beteiligt sich auch Israel. Es hat ein Flugzeug mit 200 Helfern nach Haiti geschickt, berichtet die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem. Darunter sind 40 Ärzte, 20 Rettungssanitäter und 24 Krankenschwestern. Sie werden in einem mobilen Lazarett für 500 Patienten arbeiten.