22. November 2017

EKD ruft zur Fürbitte für Christen im Irak auf

Quelle: idea.de

Erster „Tag der bedrängten und verfolgten Christen“ im Februar.

Erster „Tag der bedrängten und verfolgten Christen“ im Februar.

Hannover (idea) – Die christliche Minderheit im Irak steht im Mittelpunkt des „Tags der bedrängten und verfolgten Christen“ am 28. Februar, zu dem die EKD aufruft.

 

An dem Kirchensonntag „Reminiscere“ (Gedenket) soll in den evangelischen Gottesdiensten besonders an das Leid gedacht werden, das Menschen durch die Verweigerung der Religionsfreiheit oder durch Verfolgung wegen ihres Glaubens zugefügt wird. Nach Angaben des EKD-Kirchenamts in Hannover ist die Zahl der irakischen Christen in den letzten Jahren um 50 Prozent auf rund 600.000 zurückgegangen. Die Existenz von Christen und anderen religiösen Minderheiten werde durch Umtriebe islamistischer Terroristen, politische Machtkämpfe und Verbrechen bedroht. In weiten Teilen des Landes seien Christen aus ihren Häusern vertrieben sowie Kirchen und kirchliche Einrichtungen zerstört worden. Zehntausende seien nach Syrien und Jordanien geflohen, was zu einer Existenz bedrohenden Dezimierung der teilweise 2.000 Jahre alten Kirchen geführt habe. Die Einrichtung des Tags der verfolgten Christen geht auf eine Anregung der EKD-Synode zurück. In Württemberg hat die Landessynode einen ähnlichen Gedenktag bereits im Juli 2007 beschlossen. Er wird am 2. Weihnachtstag begangen, der als „Stephanustag“ an den ersten christlichen Märtyrer erinnert.

Gutes tun – „allermeist an des Glaubens Genossen“

Die EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischöfin Margot Käßmann (Hannover), erklärte zum neuen Gedenktag, dass der Apostel Paulus die Christen ermahnt habe, „Gutes zu tun – allermeist an des Glaubens Genossen“. Das Engagement für verfolgte Christen geschehe in Wort, Tat und vor allem in Fürbitte. Dabei werde die Religionsfreiheit der Angehörigen anderer Religionen nicht übersehen. In der deutschen Öffentlichkeit werde die massive Bedrängnis religiöser Minderheiten in anderen Erdteilen oft nicht wahrgenommen. „Aber wer Christinnen und Christen in Indien oder in Indonesien besucht, wer Berichte von der Lage in Pakistan oder dem Irak hört, dem wird deutlich, wie hoch das Gut der Freiheit in unserem eigenen Land ist“, so Käßmann. Für die Gottesdienste hat die EKD eine Materialhilfe zusammengestellt. Internetdownload