20. September 2017

Veronika Bellmann: „Auch in Deutschland gibt es Ängste vor der Islamisierung der Gesellschaft“

MdB Veronika Bellmann, Foto: Atelier Heim, Flöha

MdB Veronika Bellmann, Foto: Atelier Heim, Flöha

(TS) Auf ihrer Internetseite beginnt die Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann (CDU) ihre Stellungnahme zum Volksentscheid zum Verbot des Baus von Minaretten in der Schweiz mit der Fragestellung: „Welches Ergebnis hätte es wohl in Deutschland bei einer solchen Abstimmung gegeben?“
 

„…die Bauten seien doch tolle Touristenattraktionen…“

„Auch in Deutschland gibt es Ängste vor der Islamisierung der Gesellschaft und ich finde diese Ängste überhaupt nicht unbegründet.“, schreibt die 1960 in Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) geborene Politikerin. Sie erinnert an den umstrittenen Bau der Großmoschee in Köln-Ehrenfeld. Gutmenschen würden sagen: „die Bauten seien doch tolle Touristenattraktionen und verkennen, dass sich dahinter Parallelstrukturen verfestigen, weil da nicht nur Gotteshäuser entstehen, sondern komplette Mikrowelten mit Handel und Dienstleistung. Zur Integration trägt das nicht bei, im Gegenteil.“ Sie müsse „schlucken“, wenn „die Religionsbehörde der Türkei der Bauherr ist und über deutsche Bauvorschriften Grundstücke und Bauten behandelt, als seien sie türkisches Hoheitsgebiet“. Stadträte würden berichten, dass sie aus Angst „ja“ gesagt hätten.

Nicht die Moschee sei das Problem, sondern der Islam

Bellmann kann die Schweizer gut verstehen und schreibt: „Das ist nicht Intoleranz oder Ausländerhass, sondern eher Bedenken, dass in einem christlich-abendländisch geprägten Land Kirchtürme von Minaretten verdrängt werden.“ Dies seien nicht nur die Bedenken hinsichtlich unzulässiger Überschreitungen von Bauvorschriften. Hinter den Minaretten stehe nicht nur eine fremde Religion sondern auch „eine völlig andere Kultur und Lebensart, die nicht unsere Grundwerte teilt“. Nirgendwo lebten Christen gefährlicher als in islamischen Ländern. Die Kräfte des „aufgeklärten Islam“ seien viel zu schwach, als dass sie den Bürgern die Angst vor dem „großen Ziel des Koran“, der Errichtung eines Gottesstaates nehmen könnten. Nur der jüdische Schriftsteller Ralph Giordano dürfe noch sagen, dass nicht die Moschee oder das Minarett das Problem sei, sondern der Islam. Ihn könne man „mit diesen zutreffenden Aussagen nicht in die falsche, neonazistische und rassistische Ecke stellen“.