13. Dezember 2017

Theologe: Leiden gehört zu den Markenzeichen der Boten Gottes

Quelle: idea.de

Winrich Scheffbuch betrachtet Bedrängnis als Normalzustand.

Winrich Scheffbuch betrachtet Bedrängnis als Normalzustand.

Schwäbisch Gmünd (idea) – Dass Christen unter Unrecht leiden und verfolgt werden, ist weder eine Strafe Gottes noch selbstverschuldet, sondern der in der Bibel beschriebene Normalzustand der christlichen Gemeinde.

Diese Ansicht vertrat der frühere Leiter der evangelischen Dritte-Welt-Organisationen „Christliche Fachkräfte International“ und „Hilfe für Brüder“, Pfarrer Winrich Scheffbuch (Stuttgart), bei einem Kongress über Christenverfolgungen in Schwäbisch Gmünd. Veranstalter waren das dortige Christliche Gästezentrum „Schönblick“ und die Evangelische Nachrichtenagentur idea in Kooperationen mit zehn weiteren christlichen Organisationen. Experten zufolge sind etwa 90 Prozent der aus Glaubensgründen Verfolgten Christen, insgesamt mehr als 100 Millionen Menschen. Der Glaube an Jesus Christus habe von Anfang an Widerstand provoziert, sagte Scheffbuch. So wie Jesus Christus nach seiner Auferstehung an den Wundmalen erkannt wurde, gehöre das Leiden zu den Markenzeichen der Boten Gottes. „Das gilt auch für Christen, die gern gesellschaftlichen Einfluss ausüben wollen“, mahnte Scheffbuch. An Christen in Ländern mit Religionsfreiheit appellierte der Theologe, sich nicht nur über Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern zu empören. Sie sollten vielmehr prüfen, welche Bedeutung sie selbst dem Evangelium beimessen. Gemeinden gingen nicht zugrunde, wenn sie verfolgt werden, sondern an der Glaubenslosigkeit ihrer Mitglieder. Sie sollten zumindest für die bedrängten Mitchristen beten.
 

Parzany: „Denkt vom Ziel her“

Auch der Leiter der Evangelisationskampagne ProChrist, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), stellte den Glauben von Christen in den westlichen Ländern in Frage. Möglicherweise lebten sie nur deshalb so bequem und komfortabel, „weil sie die Rettungsbotschaft für diese Welt längst verraten haben“. Die in 52 Ländern verfolgten Christen seien Jesus „wirklich ähnlich“ und damit ein „Weckruf an unsere Herzen“. Für sie würden die Visionen im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, besonders gelten. Menschlich gesehen erschienen Christen häufig wie kümmerliche, zerdrückte, zerquetschte, verachtete, lächerlich gemachte, leidende Menschen. Jesus Christus betrachte sie aber als Sieger und Vorhut einer unübersehbar großen Schar von Menschen, die aus allen Kulturen zum Thron Gottes strömten. „Denkt vom Ziel her“, so Parzany.