14. Dezember 2017

Minarettbau: Schweizer haben Mut bewiesen

Kommentar von Thomas Schneider

minarett-2Im muslimischen Teil der Welt ist die Verärgerung groß. Der Grund ist das durch Volksabstimmung in der Schweiz erwirkte Minarettverbot. Ist nun das Bauverbot von Minaretten eine Einschränkung der Religionsfreiheit?

Nicht nur in Deutschland verursacht das Zusammenleben unterschiedlicher Volksgruppen Spannungen. Und dieses weltweite Phänomen hat fast immer einen politisch-kulturell-religiösen Hintergrund. Das Minarett, vom Türkischen minare (ein Lehnwort aus arabisch ‏منارة ‎ manarah, „Leuchtturm“; arabisch مئذنة mi’ḏanah) ist ein erhöhter Turm für den Muezzin (Gebetsrufer) bei der Moschee. Seit 661-750 werden fünfmal am Tag die Muslime zum Gebet gerufen. Das Minarett ist nicht nur Wahrzeichen…

Christen brauchen kein erhöhtes Zeichen

Der Islam braucht prunkvolle mächtige Bauten und einen für alle sichtbaren erhöhten Standplatz, um seine vom Koran gedeckten Machtansprüche darzustellen und geltend zu machen. Die Gemeinde Jesu Christi hingegen braucht kein erhöhtes Zeichen. Christen brauchen keinen Kirchturm. Es mag schön sein, die Glocken schon von weitem zu hören. Doch für den christlichen Glauben spielen sie, wie auch der erhöhte Kirchturm, nur eine untergeordnete Rolle.

Kirchenbau in muslimischen Städten?

Dem Bau von islamischen Machtsymbolen muss Einhalt geboten werden. Was würden denn unsere muslimischen Nachbarn sagen, wenn ab dem 1. Januar 2010 eine Europäische Stiftung dafür sorgen würde, mit einem Milliarden schweren Bauprogramm Evangelische Kirchen in Istanbul, Ankara, Izmir oder Antalya in die Landschaft zu setzen? Sicher würde dann nicht nur die von islamischer Seite geleugnete Christenverfolgung in das Licht der Öffentlichkeit gelangen…

Der Glaube an die eine Wahrheit

Vergessen wir aber bei allem wachsenden muslimischen Einfluss nicht: Die eigentliche Ursache liegt darin, dass Verantwortliche in Kirchen und viele Christen den Glauben an die eine (!) Wahrheit, Jesus Christus, dem großen Toleranzgedanken zum Opfer darbringen. Wenn wir uns nicht endlich dazu bekennen, dass unser Land seine christlichen Wurzeln leben und verteidigen muss, landen wir eines Tages in einem religiösen Corpus mixtum, wo nur der Stärkere regiert. Wer will das? Die Schweizer jedenfalls haben mit ihrer Entscheidung Mut bewiesen.