13. Dezember 2017

Chancen des Internets besser nutzen

Quelle: idea.de

Medienexperten: Christen müssen kreativer werden.

Medienexperten: Christen müssen kreativer werden.

Schwäbisch Gmünd (idea) – Das Internet sollte stärker für die Vermittlung der christlichen Botschaft genutzt werden. Dafür plädierten Teilnehmer einer Diskussion auf dem 1. Christlichen Medienkongress am 11. Dezember in Schwäbisch Gmünd.
 
Online-Gemeinschaften böten gute Chancen, das Evangelium weiterzugeben, sagte der Unternehmensberater und Hochschullehrer für Kommunikation, Prof. Wolfgang Stock (Woltersdorf bei Berlin). Gerade für die junge Generation sei es wichtig zu wissen, was das eigene Umfeld denkt. Die Meinung von Autoritäten zähle dagegen weniger. Inzwischen gebe es viele parallele Gesellschaften, in denen Debatten über verschiedene Themen geführt werden. Christen müssten sich damit auseinandersetzen und sollten wissen, was in den verschiedenen Facetten der Gesellschaft ablaufe. „Über die neuen Medien werden wir attraktiv“, sagte Stock. Voraussetzung dafür sei jedoch, kreativer bei der Vermittlung der Inhalte zu werden.
 

Für Notfallseelsorger im Krimi

Der Medienbeauftragte der EKD und der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, Markus Bräuer (Frankfurt am Main), zeigte sich etwas besorgt über die von Stock aufgezeigte Entwicklung. Er befürchtet eine zunehmende Zersplitterung der Gesellschaft und stellte die Frage, ob man nicht auch in Zukunft Medien brauche, die – mit Unterstützung des Staates – für die gesamte Gesellschaft leitend sind. Gleichwohl beschreite auch die Kirche neue Kommunikationswege – etwa mit dem Online-Auftritt evangelisch.de. Zudem sei man bemüht, stärker im Unterhaltungsprogramm Fuß zu fassen: „In jedem Krimi kommt ein Gerichtsmediziner vor, aber nicht der Notfallseelsorger.“

Merz: Faszinierende Möglichkeiten

Der EKD-Medienpfarrer Bernd Merz (Hamburg) wertet die Veränderungen im Online-Zeitalter positiv. Es gebe heute „faszinierende Möglichkeiten“, die christliche Botschaft weiterzugeben. Als Beispiel nannte er christliche Videos auf der Internetplattform YouTube, die mitunter mehr Wirkung hätten „als meine 15-minütige sonntägliche Predigt“. Merz rief die Christen dazu auf, bei der Entwicklung neuer Medienangebote an einem Strang zu ziehen. Der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbunds KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten), Wolfgang Baake (Wetzlar), sagte, man müsse angesichts dieser Veränderungen auch die Ausbildung der Nachwuchsjournalisten überdenken, damit sie die neuen Kommunikationswege zu nutzen wissen. Einige Zuhörer plädierten in ihren Wortbeiträgen dafür, die Inhalte nicht zu vernachlässigen. Wer Qualität liefere, für den sei die Technik letztlich zweitrangig, sagte der Leiter des Bundes-Verlags, Ulrich Eggers (Cuxhaven).