21. Oktober 2017

ZDF-Diskussion über Mission zu nächtlicher Stunde

Quelle: idea.de

Mainz (idea) – Zu nächtlicher Stunde wird das ZDF eine Diskussion über Mission ausstrahlen. Im „nachtstudio“ am 16. November (0.55 Uhr) spricht Moderator Volker Panzer mit fünf Gästen über das Thema „Gehet hin in alle Welt – Was heißt Mission heute?“

In der Ankündigung der Sendung heißt es: „Während sich in Deutschland die Kirchenaustritte häufen, erleben christliche Prediger in Afrika, Lateinamerika und Asien ungeahnten Zuspruch. Auch evangelikale Jugendorganisationen in Deutschland, wie zum Beispiel ‚Jugend mit einer Mission’ werben erfolgreich junge Gläubige, die bereit sind, das Evangelium weltweit zu verkünden. Dass sie sich dabei in Lebensgefahr begeben, wie die Ermordung zweier junger Frauen im Jemen zeigte, ist die tragische Kehrseite ihres missionarischen Auftrages.“ Dabei handelte es sich um zwei Pflegehelferinnen, die an einem Krankenhaus im Norden des Jemen tätig waren und am 12. Juni zusammen mit einer südkoreanischen Lehrerin erschossen aufgefunden wurden.

Unterschiede im Missionsverständnis

In der Diskussion soll es laut der Ankündigung auch um die Frage gehen: „Welche Formen von Mission heute können sich auf den Missionsauftrag in der Bibel berufen und welche sind kritisch zu betrachten?“ Außerdem sollen die Unterschiede zwischen evangelischer, katholischer und evangelikaler Mission aufgezeigt werden. Als Vertreter der evangelikalen Bewegung wurde der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz und Vorstandsvorsitzende von ERF Medien (früher: Evangeliums-Rundfunk), Jürgen Werth (Wetzlar), eingeladen. Weitere Teilnehmer sind der Kolonialismus-Experte Horst Gründer (Münster), die stellvertretende Vorsitzende des Evangelischen Missionswerks in Deutschland (EMW), Martina Helmer-Pham Xuan (Hermannsburg), der Sektenbeauftragte der sächsischen Landeskirche, Harald Lamprecht (Dresden), und die ehemalige katholische Nonne Majella Lenzen (Aachen), die wegen des Verteilens von Kondomen aus ihrem Orden ausgeschlossen wurde. Zur Vorgeschichte der Diskussion: Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ hatte am 4. August unter dem Titel „Sterben für Jesus – Missionieren als Abenteuer“ einen Beitrag über evangelikale Missionsarbeit ausgestrahlt. Darin waren evangelikale Missionare in die Nähe islamistischer Selbstmordattentäter gerückt worden. Daraufhin gab es zahlreiche Proteste, auch von Seiten der EKD und des EMW, sowie eine harsche Kritik vom Vorsitzenden des ZDF-Fernsehrats, des CDU-Bundestagsabgeordneten Ruprecht Polenz.