21. November 2017

Scheidender EKD-Ratsvorsitzender sorgt sich um SPD

Quelle: idea.de

Frankfurt am Main (idea) – Vor einem Bedeutungsverlust der Volksparteien hat der scheidende EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), gewarnt. „Was sich mit der SPD abspielt, ist ein großes Unglück.

 

Darüber kann niemand froh sein“, sagte der 67-Jährige in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP (Frankfurt am Main). Die Demokratie sei auf stabile Volksparteien angewiesen, die unterschiedliche Gruppen von Menschen unter einem politischen Dach zusammenführten. Bevor Huber 1994 berlin-brandenburgischer Bischof wurde, hatte er erwogen, sich als SPD-Kandidat um ein Bundestagsmandat zu bewerben. Kritik übte Huber an der Partei „Die Linke“. Er glaubt nicht, dass sie bessere Antworten auf Fragen der sozialen Gerechtigkeit hat als die SPD. Die Linkspartei drücke die Kritik an dem, „was viele Menschen belastet, populistischer aus“, als es andere Parteien zu tun bereit seien. Huber wirft der Linken auch eine mangelhafte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit vor: „Die Linkspartei hat die Unterdrückung und Verfolgung von Christen unter der Herrschaft der SED, ihrer Vorgängerpartei also, bisher nicht angemessen aufgearbeitet.“ Huber ist seit 2003 EKD-Ratsvorsitzender. Am 28. Oktober soll in Ulm ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gewählt werden. Zu den 22 evangelischen Landeskirchen in Deutschland gehören 24,8 Millionen Mitglieder.