18. November 2017

ERF-Direktor: Die „Mediengemeinde“ wird größer

Quelle: idea.de

Der Direktor von ERF Medien (früher Evangeliums-Rundfunk), Jürgen Werth. Foto: ERF

Der Direktor von ERF Medien (früher Evangeliums-Rundfunk), Jürgen Werth. Foto: ERF

Wetzlar (idea) – In Deutschland wächst die Zahl der Menschen, die nur über Medien religiös informiert werden wollen. Das Reformpapier der EKD spricht deshalb zu Recht von einer „Mediengemeinde“.

 

Diese Ansicht vertritt der Direktor von ERF Medien (früher Evangeliums-Rundfunk), Jürgen Werth (Wetzlar) in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Anlass ist das 50-jährige Bestehen der privaten Rundfunksanstalt. Sie ist das größte evangelische Medienunternehmen Europas mit missionarischer Zielsetzung. ERF Medien produziert ein Fernsehprogramm und drei Radioprogramme. Außerdem betreibt das Werk 15 Internetangebote. Zurzeit könne man 15 bis 20 Millionen Haushalte in Deutschland mit dem Fernsehprogramm errechen, so Werth. Ziel sei es, dass das ERF-Angebot täglich von 500.000 Personen im Fernsehen und Internet gesehen wird. Zur Frage, ob sich die Finanzkrise bei den Spenden für ERF Medien auswirkt, sagte der Direktor: „Wir wissen immer erst am 30. Dezember, wie ein Jahr ausgegangen ist.“ In diesem Jahr sei man sehr dankbar für Sonderspenden anlässlich des Jubiläums. Deshalb hoffe ERF Medien, die enormen Mehrausgaben durch das im März begonnene eigene Fernsehprogramm decken zu können: „Das sind gut 1,5 Millionen Euro pro Jahr.“

Warum es zwei fromme Fernsehsender gibt

Werth ging auch auf die Frage ein, warum neben Bibel.TV (Hamburg) mit ERF eins ein zweiter frommer Fernsehsender geschaffen wurde. Der ERF habe „lange, gut und gerne“ mit Bibel.TV zusammen gearbeitet. Immer wieder seien Christen begeistert gewesen über die dort täglich ausgestrahlten ERF-Sendungen, „haben dann aber ihre Spende an Bibel.TV gegeben, weil sie meinten, dieser Sender hätte die Programme bezahlt“. Dabei habe der ERF für die Ausstrahlung zahlen müssen. Hier sei Klarheit nötig gewesen. Man habe sich deshalb „in Freundschaft getrennt“ und versuche, „wo immer es geht, weiterhin zusammen zu arbeiten“. Außerdem gebe es auch inhaltliche Unterschiede. So verstehe sich Bibel.TV als ökumenischer Sender, „bei dem also auch Katholiken mit im Boot sind“. Der ERF stehe theologisch der Evangelischen Allianz nahe, sei also evangelikal. Werth schloss aber ein Zusammengehen der beiden Sender für die Zukunft nicht generell aus: „Natürlich kann es sein, dass aufgrund zurückgehender Spenden Bibel.TV und ERF einmal gezwungen sei könnten, ganz neu miteinander zu reden.“ Im Augenblick sei aber ein Zusammenschluss weder sinnvoll noch nötig.