18. November 2017

Chinesische Machthaber sollen Kirchenleiter freilassen

Quelle: idea.de

Der im Ruhestand lebende Hongkonger katholische Kardinal Joseph Zen Ze-Kiun. Foto: Wikipedia/Archieves of Catholic Diocese of Hong Kong

Der im Ruhestand lebende Hongkonger katholische Kardinal Joseph Zen Ze-Kiun. Foto: Wikipedia/Archieves of Catholic Diocese of Hong Kong

Hongkong (idea) – Die chinesischen Machthaber sollten das 60-jährige Bestehen der Volksrepublik zum Anlass nehmen, inhaftierte Kirchenleiter freizulassen. Dazu hat der im Ruhestand lebende Hongkonger katholische Kardinal Joseph Zen Ze-Kiun aufgerufen.

Die ehemalige britische Kronkolonie genießt seit der Rückgabe an China im Jahr 1997 einen speziellen Status als Sonderverwaltungszone in der kommunistisch regierten Volksrepublik. Wie die Ökumenische Nachrichtenagentur ENI berichtet, appellierte der Kardinal ferner an die Pekinger Staatsführung, Gespräche mit den romtreuen Untergrund-Bischöfen aufzunehmen, denn diese repräsentierten in Wahrheit das Kirchenvolk. Von den etwa 20 Millionen Katholiken in China gehören rund sechs Millionen regimetreuen Kirchen an. Die staatlich anerkannten protestantischen Dachorganisationen – die Drei-Selbst-Bewegung und der Chinesische Christenrat – repräsentieren 18 Millionen Mitglieder. Schätzungen über die Gesamtzahl der Christen in China schwanken zwischen 40 Millionen und 130 Millionen. Die meisten versammeln sich in staatlich nicht registrierten Hauskirchen, weil sie sich der Kontrolle des kommunistischen Regimes entziehen wollen. Sie werden bisweilen benachteiligt und unterdrückt und ihre Leiter inhaftiert.

Kulturrevolution: Höhepunkt der Verfolgung

Das Regime feierte vom 30. September bis 2. Oktober den 60. Jahrestag der Ausrufung der Volksrepublik durch Mao Tsetung (1893-1976), unter anderem mit einer Militärparade auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens, wo vor 20 Jahren Studentendemonstrationen blutig niedergewalzt wurden. Nach der kommunistischen Machtergreifung vor 60 Jahren mussten alle ausländischen Missionare das Land verlassen. Einen besonderen Höhepunkt der Verfolgung erlebten Christen und Angehörige anderer Glaubensrichtungen während der Kulturrevolution von 1966 bis 1976. Jegliche Religion sollte ausgemerzt werden. Zwei Jahrzehnte später blühte insbesondere das Christentum auf.