13. Dezember 2017

Katholischer Kirchenmann kritisiert Kurs der Kanzlerin

Quelle: idea.de

ockenfels_wolfgang_cr_cgm_01Köln (idea) – Scharfe Kritik am Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Dominikanerpater und Sozialwissenschaftler Prof. Wolfgang Ockenfels geübt. Die Kanzlerin habe „eine Menge Dummheiten“ begangen, die gerade für katholische Wähler anstößig seien.

So habe die CDU, dem Zeitgeist folgend, den Lebensschutz so gut wie aufgegeben. „Uns fehlen heute genau die Millionen Kinder, die wir straffrei abtreiben ließen. Und daran war auch die CDU ganz erheblich beteiligt“, sagte Ockenfels in einem Interview mit dem Domradio (Köln) laut einer Mitteilung des Senders vom 2. September. Die Familienpolitik der Christdemokraten bezeichnete er als „Krippenpolitik, die auf eine Verstaatlichung der Familie“ hinauslaufe. Ockenfels wirft Merkel – sie ist evangelisch – ein gespanntes Verhältnis zur katholischen Kirche vor. Man merke der Kanzlerin, bedingt durch eine langjährige DDR-Erziehung, eine gewisse Milieuschädigung an. Sie wisse auch nicht, was katholische Soziallehre bedeute. Ockenfels verwies darauf, dass die CDU bei den Landtagswahlen am 30. August in Thüringen in der katholischen Hochburg des Eichsfelds fast ein Drittel der Stimmen gegenüber 2004 verloren habe. Der Wissenschaftler nannte die CDU insgesamt diskussionsmüde und theorieverdrossen: „Sie muss wieder auf Trab gebracht werden und vielleicht wird eine Oppositionszeit die Partei wieder zur Besinnung bringen.“ Ockenfels ist auch Geistlicher Berater des Bundes Katholischer Unternehmer.