23. September 2017

China: Behörden reißen Kirchenrohbau nieder

Quelle: idea.de

Der zerstörte Kirchenbau in Fushan. Foto; China Aid Associciation

Der zerstörte Kirchenbau in Fushan. Foto; China Aid Associciation

Peking (idea) – In Nordost-China ist eine im Rohbau befindliche Kirche abgerissen worden, die auf dem Gelände einer christlichen Schuhfabrik entstehen sollte. Rund 400 Personen in Polizeikleidung hätten am 13. September die Mauern des Kirchenbaus in Fushan (Provinz Shanxi) eingerissen.

Mit Raupen habe man auch andere Gebäude auf dem Grundstück der „Textilschuhfabrik Gute Nachricht“ demoliert. Etwa 100 Christen, die auf dem Gelände Wache hielten, seien mit Ziegeln beworfen und verletzt worden, berichtet das Hilfswerk China Aid Association (China-Hilfsvereinigung) mit Sitz in Midland (US-Bundesstaat Texas). Ferner seien Strom, Wasser und Telefonleitungen unterbrochen worden. Tausende Christen, die an dem Tag zum Gottesdienst in der staatlich nicht registrierten Großgemeinde kommen wollten, hätten enttäuscht wieder umkehren müssen. Der Präsident von China Aid, Bob Fu, rief die chinesischen Behörden auf, die Verantwortlichen für das brutale Vorgehen zur Rechenschaft zu ziehen und die Religionsfreiheit sicherzustellen. Die meisten Christen in der Volksrepublik China versammeln sich in staatlich nicht registrierten Hauskirchen, weil sie sich der Kontrolle des kommunistischen Regimes entziehen wollen. Schätzungen über die Gesamtzahl schwanken zwischen 40 Millionen und 130 Millionen. Die staatlich anerkannten protestantischen Dachorganisationen – die Drei-Selbst-Bewegung und der Chinesische Christenrat – repräsentieren 18 Millionen Mitglieder. Von den etwa 20 Millionen Katholiken gehören rund sechs Millionen regimetreuen Kirchen an.