25. April 2018

EKD-Ratsvorsitzender: Skandal der Christenverfolgung beenden

Quelle: idea.de

Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, äußert sich zur Unterdrückung der Christen in der islamischen Welt.

Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, äußert sich zur Unterdrückung der Christen in der islamischen Welt.

Berlin (idea) – Der „Skandal der Christenverfolgung“ in der islamischen Welt muss beim Namen genannt werden und ein Ende haben. Das hat der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), gefordert.

Derzeit vollziehe sich eine Vertreibung des Christentums aus Vorderasien, wo die uralten Kirchen entstanden seien und mehr als 1.000 Jahre Bestand gehabt hätten, schreibt er in einem Beitrag für die Berliner Zeitung B.Z. (Ausgabe 20. August). Huber erinnert daran, dass im Jemen seit neun Wochen eine fünfköpfige Familie aus Deutschland verschwunden ist. Es handelt sich um den christlichen Entwicklungshelfer Johannes Henschel, seine Frau und ihre drei Kinder, die aus der Oberlausitz stammen. Mit ihnen waren drei junge Frauen entführt worden, darunter zwei deutsche Bibelschülerinnen, die ein Praktikum an einem Krankenhaus absolvierten. Sie wurden Mitte Juni ermordet aufgefunden. Auch ein britischer Ingenieur ist noch vermisst. Wie Huber schreibt, müsse man fürchten, dass auch der Familie der christliche Glaube zum Verhängnis wurde: „Ich finde mich nicht damit ab, dass ein christliches Bekenntnis in islamischen Ländern zu einer Gefahr für Leib und Leben wird.“ In Saudi-Arabien sei selbst die private Ausübung der christlichen Religion verboten. In Pakistan würden religiöse Minderheiten strafrechtlich verfolgt. In Ägypten werde der Abfall vom muslimischen Glauben mit der Todesstrafe bedroht.

Unterdrückung hat System

„Christen ist in der islamischen Welt ein Leben in Freiheit nicht möglich. Die Unterdrückung hat System“, so der Ratsvorsitzende. Mehr als vier Millionen Iraker seien auf der Flucht. Mehr als drei Viertel der Christen im Irak hätten das Land verlassen. Vor gezielter Einschüchterung, Bedrohung und Ermordung seien sie in die Nachbarländer Syrien und Jordanien geflohen. „Man sollte hoffen, dass der Islam selbst der Christenverfolgung Einhalt gebietet“, so Huber. Auch der christliche Glaube vertrage sich nicht mit einer Verfolgung Ungläubiger. Aber es habe lange gedauert, bis das überall eingesehen worden sei. Der Bischof verweist auf die Bergpredigt Jesu, in der es heißt: „Liebt eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen, segnet, die euch verfluchen, bittet für die, die euch beleidigen.“