21. Oktober 2017

Kritik an Meinungsterror von Alt-68ern gegen Christen

Quelle: idea.de
R u h p o l d i n g (idea)

Gemeindeferienfestival Spring im oberbayerischen Ruhpolding

Gemeindeferienfestival Spring im oberbayerischen Ruhpolding

Christen sollten sich nicht von Alt-68ern irritieren lassen, die heute an den Schalthebeln der Macht sitzen und „mit Intoleranz und Meinungsterror gegen alles vorgehen, was nach christlichen Werten klingt“.

 
Diese Ansicht vertrat der stellvertretende Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbands, Albrecht Kaul (Kassel), am 13. April zum Auftakt des GemeindeFerienFestivals Spring im oberbayerischen Ruhpolding. Als Beispiele nannte er die Kritik linksorientierter Kreise am Jugendkongress Christival vor einem Jahr, an der Evangelisation ProChrist Ende März und am evangelikalen Eintreten gegen Abtreibung. Früher sei Christen vorgeworfen worden, alle gesellschaftlichen Entwicklungen übernommen zu haben; heute werde ihr Protest als fundamentalistisch diffamiert. An Spring, einer christlichen Urlaubswoche mit Gottesdiensten, Kulturveranstaltungen und Seminaren zu gesellschaftlichen und theologischen Fragen, beteiligen sich wie in den Vorjahren rund 3.000 Personen, hauptsächlich Mitglieder von evangelischen Landes- und Freikirchen. Kaul gehört zum Vorstand des überkonfessionellen Festival-Trägervereins. Er bekräftigte den Willen der evangelikalen Bewegung, sich öffentlich für die Wahrheit der Bibel einzusetzen: „Wir wollen uns einmischen.“

DDR: Kirchen brachten kämpferischen Atheismus zu Fall
Laut Kaul erinnert der militante Atheismus an die Ideologie der früheren DDR. Die dortigen Gottesleugner hätten mit Parolen wie „Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein“ eine blühende Landswirtschaft ruiniert. Dieses Lügengebäude sei aber durch Gebete und Kerzen zusammengebrochen. Die bedrängte Kirche habe auch ausreisewilligen DDR-Bürger geholfen, und der „Anführer aller antichristlichen Kampagnen, Erich Honecker“, habe nach dem Fall der Mauer sogar in einem Pfarrhaus Zuflucht suchen müssen. Dies sei mehr als eine Ironie des Schicksals, nämlich „göttlicher Humor“. Kaul nannte die Festivalbesucher aus den neuen Bundesländern „erprobte Fachleute“, die mit ihren Erfahrungen mit dem kämpferischen Atheismus Christen in den alten Bundesländern ermutigen könnten.

Bedauern über Wechsel ins Sauerland
Das Festival findet seit 2003 jeweils in der Woche nach Ostern in Ruhpolding statt. Im nächsten Jahr zieht es nach Willingen (Sauerland) um. Der Vorsitzende von Spring, Hartmut Steeb (Stuttgart) – im Hauptberuf Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz – begründete den Wechsel mit der Hoffnung, dass die zentrale Lage in Deutschland mehr Menschen für Spring begeistern werde. In Ruhpolding ist die Entscheidung mit großem Bedauern aufgenommen worden. Bürgermeister Klaus Pichler sagte in einem Grußwort, dass offensichtlich „nichts außer Gottes Liebe und dem Glauben“ ewig sei. Nach Angaben des Tourismusdirektors Martin Haßlberger hat sich Spring mit 15.000 Übernachtungen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt.