18. Oktober 2017

„Und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte!“

Ein steiler Satz, den ein Prediger öffentlich und zu sich selbst gesprochen hat (1.Kor. 9,16b). Der ist echt! Paulus war so sehr von der frohen Botschaft seines Herrn überwältigt, dass er gar nicht anders konnte, als sie weiterzusagen. Nicht etwa nur einige historische Fakten gibt Paulus weiter, sondern die volle Wahrheit: Sich als Sünder vor Gott zu erkennen und sich als geliebtes Kind des himmlischen Vaters zu wissen.
Nicht die eigene Autorität eines Predigers garantiert den Wahrheitsgehalt des Evangeliums, sondern allein die Quelle, aus der es stammt. Was wird heute nicht alles von den Kanzeln gepredigt. Aus so manch fragwürdiger Quelle wird kräftig geschöpft. Die Bibel sei zwar von Menschen niedergeschrieben worden, aber man könne doch daraus nicht ableiten, Gott selbst habe sie durch den Heiligen Geist inspiriert. Auch in anderen Religionen müsse man doch zumindest Teilwahrheiten erkennen, die zum Leben führen. Das mit dem Sühneopfer Christi sei doch eine zu blutige Sache, um damit Menschen zum Glauben zu führen. Und schließlich könne man doch nicht sagen, dass Menschen verloren gehen können.
Wer nur das halbe Evangelium predigt maßt sich an, Gott korrigieren zu wollen. Ja, dann könnte das, was in der Bibel steht, richtig sein oder auch nicht. Hier fragt die alte Schlange hinterlistig: Sollte Gott wirklich gesagt haben?
Der Apostel Paulus sieht die Konsequenzen der Verkündigung eines verwässerten Evangeliums. Was er zu seiner Zeit verhindern wollte, ist heute weithin zur Selbstverständlichkeit geworden. Es wird nicht ausbleiben: Ein klares Zeugnis, dass Jesus Christus die absolute Wahrheit ist, wird eines Tages auch Menschen in Europa ins Martyrium bringen, denn die Welt wird dieses Bekenntnis nicht mehr tolerieren. Sie kann Jesus zwar als guten Menschen einordnen, aber nicht als den, der von sich sagt, dass er die Wahrheit ist. Hat unter diesen Umständen die Predigt des „Schwarzbrot-Evangeliums“ noch eine Chance? Ganz gleich, was passiert, Gott selbst wird dafür sorgen, dass keine Macht der Welt sein Wort zum Schweigen bringt. Überall dort, wo das Evangelium ohne das Kreuz gepredigt wird, regiert nicht Gott, sondern der Teufel.