24. Oktober 2017

Parzany: Christentum heute weithin Opium für das Volk

Quelle:
idea e.V. Evangelische Nachrichtenagentur,
Matthias Pankau

 
ProChrist-Start: 100.000 Besucher im deutschsprachigen Europa

C h e m n i t z (idea) – Das Christentum ist weithin zu einer Art Opium für das Volk verkommen. Das beklagte Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel) am 29. März zur Eröffnung der Evangelisation ProChrist in Chemnitz. Die Aussage des Philosophen Karl Marx (1818-1883) „Die Religion ist das Opium des Volkes“ treffe nach seiner Beobachtung heute stärker denn je zu, sagte der frühere CVJM-Generalsekretär. Für viele Christen diene der Glaube nämlich vor allem der inneren Beruhigung oder er solle ein gutes Gefühl vermitteln. Sobald der Glaube aber Veränderungen oder Opfer im persönlichen Lebensstil fordere, wollten viele nichts mehr davon wissen. Dabei sei gerade in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise überdeutlich, dass „wir Veränderung von Menschen brauchen“, sagte Parzany. Allerdings denke jeder, die anderen sollen sich ändern. „Entweder Sie fangen bei sich an oder Sie enden als Schwätzer“, riet er den 6.400 Besuchern, die am Eröffnungsabend in die Chemnitz-Arena gekommen waren (2006 in München: 4.500 Gäste). In Deutschland, Österreich und der Schweiz verfolgten rund 100.000 Personen die Übertragung via Satellit. In den anderen europäischen Ländern beginnen die Übertragungen erst am Abend des 30. März. Deshalb lägen noch keine Zahlen vor, erklärte Pressesprecher Thomas Brand. Bis zum 5. April wird die Evangelisation jeden Abend an rund 1.300 Orte (2006: 1.250) in 17 europäischen Ländern (2006: 21) übertragen. Zum ersten Mal dabei ist die Ukraine. Die Veranstalter gehen davon aus, dass sie in den acht Tagen insgesamt rund eine Million Menschen mit der Botschaft von Jesus Christus erreichen.

„ProChrist ist eine Art friedliche Revolution“
Der CDU-Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag, Steffen Flath (Dresden), bekannte im Vorprogramm, dass er vor 20 Jahren nicht mit der friedlichen Revolution gerechnet habe. Aber die Gebete der vielen Christen hätten Wunder bewirkt. Insofern freue es ihn, dass ProChrist im Jahre 20 nach dem Zusammenbruch der DDR in Chemnitz zu Gast sei. Er erhoffe sich davon viele positive Impulse für die gesamte Region. „Denn ProChrist ist eine Art friedliche Revolution“, so Flath. Allein in Chemnitz engagieren sich mehr als 1.000 Ehrenamtliche für ProChrist.

Rekordbeteiligung bei ProChrist für Kids
Bereits am 28. März hatte es für Kinder ein Fest gegeben, das an 340 Orte (2006: 400) übertragen wurde und zu dem mehr als 6.200 Jungen und Mädchen (2006: 4.500) in die Chemnitz-Arena gekommen waren. „Wir hatten ursprünglich mit 3.000 Besuchern gerechnet, jetzt ist die doppelte Anzahl gekommen und das, obwohl Chemnitz der bislang kleinste ProChrist-Austragungsort ist. Selbst in München hatten wir nicht so viele Besucher bei ProChrist für Kids“, sagte der sichtlich bewegte ProChrist-Leiter und Hauptredner Parzany. Sein Fazit: „Viele Eltern möchten, dass ihren Kindern Werte vermittelt werden, die in unserer Gesellschaft tragen. Ich bin überwältigt, dass sie diese Gelegenheit so ausgiebig genutzt haben – und das ausgerechnet in einer Region, der extreme Gottesferne nachgesagt wird.“ Die Kinder mussten am Nachmittag eine Aufgabe lösen: Mit ohrenbetäubendem Lärm aus selbstgefertigten Instrumenten, mit Getrampel und Geschrei aktivierten sie, unterstützt von Roboter TEK7, eine Zeitmaschine und holten so den biblischen Thomas auf die Bühne. Der konnte nicht glauben, dass Jesus nach seinem Tod am Kreuz tatsächlich auferstanden sein soll. Die Kinder erklärten ihm den Verlauf der biblischen Geschichte und schickten ihn danach zurück in die Vergangenheit.